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Weitergabe und Weiterentwicklung


(v.l.) Claudia Wagner, Großzeremonienmeisterin, Gretel Kühnle, Großrednerin, Gisela Bäuerlein, Zugeordnete Großmeisterin, Claudia Grieger, 1. Großaufseherin, Dominique Rabe, Großsekretärin, Urania Dübner, Großschatzmeisterin, Ax Liebermann, 2. Großaufseherin, Annette Rotermund-Fritsche, Auslandsdelegierte, Antje Hansen, Großmeisterin

 

Weitergabe und Weiterentwicklung der Inhalte und Aufgaben unseres freimaurerischen Bundes haben das Thema des diesjährigen Großlogentages der Frauengroßloge von Deutschland (FGLD) Ende Juni in Lippstadt bestimmt. Antje Hansen, wiedergewählte Großmeisterin, und ihr neu eingesetztes Team der Großbeamtinnen stehen dabei im Dienste von insgesamt rund 600 Mitgliedern aus 29 Logen, deren nördlichste Flensburg, die südlichste jetzt Konstanz ist. 

Das stete Wachstum der femininen Freimaurerei ist ein erfreuliches Zeichen dafür, dass das Interesse und der Wille zur aktiven Teilnahme an Prozessen zunimmt, die helfen, das Zusammenleben der Menschen in Frieden und Freiheit zu verbessern. 

Unsere Logen sind deshalb auch Foren, wo eine humane Gesinnung im Miteinander des Denkens, im Erleben und im fruchtbaren Austausch der Argumente in eine Ethik verantwortlichen Handelns mündet. Sie eröffnen in der Vielfalt unserer Gesellschaft und der gleichzeitig aber auch zunehmenden Vereinzelung große Chancen einer persönlichen Weiterentwicklung und sinnhaften Lebensgestaltung.

Die Großloge unterstützt als Dachverband die freimaurerisch arbeitenden Frauen und die von ihrem Status her autonomen Logen, ohne sie zu dirigieren. Sie begreift sich insofern als Fundament für eine gute Arbeit und  Zusammenarbeit ihrer Mitgliedslogen.

Entsprechend bedeutsam ist die Bearbeitung inhaltlicher Fragen: 

  • Bestimmung des eigenen Standortes
  • Aufgaben und Sinn der femininen Freimaurerei in Deutschland
  • (Zusammen-)Arbeit innerhalb des CLIMAF, der europäischen Vereinigung nationaler Frauengroßlogen, deren Radius sich durch den Beitritt der rumänischen Großloge für Frauen erweitert hat.

Die Freimaurerei steht geistesgeschichtlich in einer großen Tradition, die sich in ihren Werten, ihren Arbeitsweisen und der Haltung ihrer Mitglieder im menschlichen Miteinander ausdrückt. Angesichts des Wandels unserer Gesellschaft, der Verwerfungen in der gesamten Welt und den existentiellen Fragen der Menschheit sind auch die Freimaurerinnen verpflichtet, die Herausforderungen neuer Medien, der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz anzunehmen. In Zeiten zunehmender Mobilität wird das praktische Logenleben vor Ort in seiner bisherigen Form nur noch schwer aufrecht zu erhalten sein. Aber da die Freimaurerei im Laufe ihrer Geschichte schon mehrfach Changeprozesse durchgemacht hat, sieht sie sich heute wieder einmal vor die Aufgabe gestellt, die Logenaktivitäten mit den realen Bedingungen der Arbeits- und Lebenswelt zu verbinden und ihre lebenspraktische Ausrichtung entsprechend zu justieren.

Weitergabe dessen, was für uns die freimaurerische DNA ausmacht, was uns wichtig und wertvoll ist, verlangt ein intensives Nachdenken, Erforschen und Erproben möglicher neuer Wege. 
Sie müssen im offenen Dialog erarbeitet werden. 
Ein anspruchsvolles Programm also, dem wir Freimaurerinnen uns stellen wollen.

 

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