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Symbole und Zeichen

Donnerstag, Oktober 27th, 2016


Spätestens mit dem Eintritt in eine Loge lernt die Freimaurerin, sich mit Symbolen aus den Bereichen der Bauhüttentradition, der Natur und des Kosmos bewusst auseinander zu setzen. Bald erkennt sie auch Symbolik in Schriften, Bildern und Skulpturen, an Kathedralen, in entsprechend angelegten Gärten, an Gebäuden und vielleicht auch im Spiel der Zahlen.
Die Symbolsprache hilft, Dinge nicht nur oberflächlich wahrzunehmen.
Als die Menschen noch nicht lesen konnten, waren Symbole und eine reiche Bilderwelt eine Ausdrucksweise, die verstanden, „gelesen“ werden konnte. Die Masse der Informationen, die heute täglich auf uns niederprasseln, hat uns leider viel von der Deutung der Symbolik, der Bildersprache und Bildinterpretationen vergessen lassen. So entgeht uns ein Stück Kultur und damit einher geht auch ein Verlust an Phantasie und Tiefe.
Dabei hat sich mit Hilfe von Symbolen und Zeichen eine spezielle Sprache herausgebildet. Beides, Zeichen und Symbole, können von Menschen verstanden werden. Ein Zeichen erschließt sich unmittelbar – darauf ist es ausgelegt. Verkehrszeichen oder Warnhinweise bilden sogar eine ganze Zeichensprache. Die Botschaft von Zeichen muss demnach schnell verständlich und eindeutig interpretierbar sein.
Ein Symbol dagegen ist eine Ausdrucksweise, die interpretiert werden will. Es steht für eine Idee und will auf eine tiefere, universelle Bedeutung hinweisen. Ein Symbol erschließt sich üblicherweise nicht schnell, es muss von dem Betrachter ergründet werden, Schicht für Schicht, manchmal über Jahre. Es fordert den Betrachter heraus, tiefer zu schauen als auf die Oberfläche.
Das musivische Pflaster, das Wechselspiel zwischen hell und dunkel, regt zum Beispiel zum Nachdenken über die Wechselfälle des Lebens an. Freimaurerei regt zum Denken - auch über Symbolik - an.

(Bild: Lupo / Pixelio.de)

Mal weiß, mal schwarz - und immer wieder irgendwie dazwischen…

Freitag, Juni 5th, 2015

Das musivische Pflaster ist im Allgemeinen als Schachbrettmuster bekannt. Mit seinen regelmäßigen Wechseln von hellen und dunklen Feldern ist es in der Freimaurerei das Sinnbild für die Polaritäten der Welt, zwischen denen wir in unserem Leben wandern. Die Bezeichnung “Pflaster” deutet auf einen Bodenbelag hin und tatsächlich ist auch heute in vielen Logen der Fußboden in diesem Muster gestaltet.
Ich beginne, über dieses Symbol nachzudenken als mir auffällt, dass ich momentan die Welt irgendwie anders wahrnehme. Ich habe den Eindruck, dünnhäutiger zu sein als üblich. Mich zu konzentrieren, fällt mir schwerer als sonst, meine Gedanken schweifen häufiger ab. Mein Alltag erscheint mir anstrengender, voller Pflichten und Verpflichtungen und die Menschen härter und kompromissloser. Ich denke über meinen Standort auf dem musivischen Pflaster nach. Vielleicht befinde ich mich, rein symbolisch, derzeit auf einem dunklen Feld? Eine Schwester sagte mir einmal, sie versuchte, immer auf den Kanten zu gehen - rein symbolisch natürlich - zwischen weiß und schwarz zu wandern. Eine kluge Sichtweise, wenn es darum geht, immer die zwei Seiten einer Medallie wahrzunehmen. Doch letztlich glaube ich nicht, dass wir es wirklich in der Hand haben, unseren Weg über das musivische Pflaster immer selbst zu wählen. Zu viele äußere Einflüsse bestimmen diesen Weg mit. Mir fällt auf, dass um das schwarze Feld herum nur weiße liegen und richte meine Gedanken bewusst auf alle schönen Dinge die sind und mich umgeben und muss unwillkürlich lächeln. Warum nicht größer denken? Stehe ich nicht (vielleicht schon mit einem Fuß) immer zugleich auf weißen und schwarzen Feldern und es kommt darauf an, was ich wie stark wahrnehme? Das passt wiederum zu meinem liebsten Motto: Ich kann nicht beeinflussen, was mir geschieht, aber ich allein habe es in der Hand, wie ich damit umgehe. Ich frage mich, ob ich achtsam genug auf andere bin. Nehme ich wahr, wie es ihnen geht? Erwarte ich nicht manchmal zu viel von anderen? Habe ich nicht auch schon oft in Gedanken Zweifel am Einsatz anderer gehabt? “Warum kann bzw. macht sie das nicht? Ich tue es doch auch?” Vielleicht konnte sie es schlicht gerade nicht. Gerechtigkeit kommt mir als zentraler Begriff in den Sinn. Damit bin ich wieder beim musivischen Pflaster. Seine regelmäßige Folge gleich großer Felder entspricht einem in die Ebene aufgespannten Maßstab und ermöglicht eine gerechte Verteilung oder Zuordnung. Diese notwendige Grundlage für die Verteilung z.B. von Land war den Freimaurern in früheren Zeiten im Zusammenhang mit diesem Symbol sicher viel geläufiger als uns heute. Ich nehme mir vor, die Gerechtigkeit im Umgang mit anderen stärker im Blick zu behalten. Die Begegnung mit dem musivischen Pflaster in der Loge wird mich daran immer wieder erinnern.

Freimaurerei und Esoterik

Mittwoch, April 22nd, 2015

esoterisch

In der Freimaurerei ist häufig von Werkzeugen aus dem Bauhandwerk die Rede, beispielsweise von Senkblei, Winkelwaage, Spitzhammer oder Kelle. Die Freimaurerinnen arbeiten symbolisch mit diesen Werkzeugen. Zu der allgemein bekannten, der exoterischen Bedeutung, kommt eine weitere hinzu. Das Senkblei oder Lot dient im Handwerk der Bestimmung der Senkrechten. Als Freimaurerin steht dieses Werkzeug für mich im übertragenen Sinne zusätzlich für das Ausloten meiner Mitte und meiner Motive. Diese Bedeutung ist nicht allgemein bekannt, sondern nur den Menschen, die sich mit Freimaurerei beschäftigen bzw. Freimaurerinnen sind. Sie ist esoterisch, d.h. nur den „Eingeweihten“ bekannt. Diese Definition geht auf Platon zurück und wurde von ihm im Zusammenhang mit den ägyptischen Mysterien geprägt.
Das Werkzeug, hier das Senkblei, an sich ist generell bekannt. Hier findet sich der entscheidende Unterschied zum Geheimen: Geheimes würde nicht allgemein bekannt sein, sondern ausschließlich im Verborgenen verwendet oder ausgetauscht.
Als Freimaurerin verwende ich keine geheimen Symbole. Doch ich verbinde mit alltäglichem (Bau-)Werkzeug weitere, symbolische und über die eigentliche Funktion hinausgehende Bedeutungen, die auch allen anderen Freimaurerinnen bekannt sind, darüber hinaus jedoch nicht verstanden werden. So gesehen ist Freimaurerei esoterisch.
Das Wort wird heute in der Alltagssprache in einer ausgedehnten und für mich nicht klar fassbaren Form verwendet. Deshalb möchte ich ergänzen: Wörter wie irrational, rätselhaft oder nebulös sind für mich in der Freimaurerei definitiv keine Synonyme zu esoterisch.

(Foto: Jutta Nowack, Pixelio)

Freimaurerei in den Medien: Was für ein Bild?

Freitag, März 6th, 2015

Freimaurerei in den Medien
Es interessiert mich, was in den Medien zum Thema Freimaurerei läuft. Ich habe deshalb einen Google-Alert zum Stichwort “Freimaurer” eingestellt. Damit erhalte ich eine Email, wenn ein Beitrag über Freimaurer veröffentlicht wird, sei es ein Artikel, ein Veranstaltungs- oder Programmhinweis. Eine tolle Sache, doch beim Lesen einiger Beiträge beschleicht mich ein mulmiges Gefühl. Sie vermitteln mir den Eindruck, Freimaurerei sei nur etwas für Herren im fortgeschrittenen Lebensalter, die antiquierten und geheimen Ritualen nachgehen und auch ansonsten eher im Verborgenen wurschteln. Ich verspüre den dringenden Impuls, mich zu distanzieren. Da bin ich nicht dabei!
Da wird behauptet, was Freimaurer z.B. in einer freimaurerischen Arbeit tun, lasse sich durch die Beschreibung dieses Tuns nicht erschließen oder erklären. Dann aber wird auf ganz seltsame Art beschrieben, nur leider nicht erklärt. Ich finde das passt nicht zusammen.
Betrachten wir doch mal ein Beispiel symbolischen Tuns, das jeder kennt: eine Hochzeit. Wie lässt sich der Sinn und Zweck einer Hochzeit erklären? Zwei Menschen gehen den Bund fürs Leben ein, sie geben einander das Versprechen, zusammen zu bleiben, in guten und in schlechten Zeiten. Klaro. Wenn ich aber nur beschreibe, dass sich zwei Menschen festlich gekleidet an einen bestimmten Ort begeben, wo ein bestimmter Mensch Sprüche aufsagt, und sie einander dort im Beisein anderer metallene Ringe an einen bestimmten Finger stecken und einander dann auf Kommando einen Kuss geben - wie hört sich das dann an? Es klingt seltsam und befremdlich, irgendwie okkult, denn es sagt überhaupt nichts über die Bedeutung dieser Handlungen aus. Wenn ich eine Hochzeit so beschreibe, sagt das aber etwas über mich aus: Entweder habe ich den Sinngehalt und die Bedeutung einer Hochzeit nicht verstanden oder ich bin nicht in der Lage, anderen den Sinn zu vermitteln. In beiden Fällen sollte ich die Erklärungen und Beschreibungen vielleicht besser anderen überlassen.
Was sagt es über Freimaurer, wenn es ihnen nicht gelingt, den Sinn und die Bedeutung des freimaurerischen Rituals zu erklären, wenn sie sich also mit ähnlich befremdlichen Beschreibungen begnügen? Was sagt es über Journalisten, wenn sie sich auf diese Art von Beschreibungen stürzen und sie in den Mittelpunkt ihrer Berichte stellen? Ihnen würde kaum einfallen, in dieser Form über einen Literaturkreis, das Promi-Dinner oder ein Fußballspiel zu berichten: “Sie treffen sich in nummerierten Trikots und laufen, einander wüst anrempelnd, hinter einem Ball her, den sie mit den Füßen in Aufbauten mit Netzen hineinzutreten versuchen, begleitet von Getröte und Getöse, gelegentlich bläst ein Mann in eine Trillerpfeife, andere schwenken am Rand des Rasens Fähnchen…” Das wirkt ziemlich lächerlich, oder?
Was so alltäglich und allgemein bekannt ist wie ein Fußballspiel, muss natürlich nicht so akribisch beschrieben werden. Und nun schließt sich der Kreis: Weil freimaurische Rituale aber nicht allgemein bekannt sind, besteht die Gefahr, dass Journalisten sie auf solch merkwürdige Weise beschreiben. Das können sie aber nur, wenn Freimaurer und Freimaurerinnen selbst ihnen dafür die Steilvorlage liefern.
Was kann ich tun - als Freimaurerin, die vielleicht mal von Journalisten befragt oder interviewt wird? Ich nehme mir ernsthaft vor, meine Antworten zu üben. Ich überlege mir gute Formulierungen, ich denke darüber nach, welche Bilder meine Worte erzeugen und ob das die Bilder sind, die ich erzeugen möchte. Und ich hoffe, dass auch andere - Brüder wie Schwestern - sich damit beschäftigen und künftig Manches anders erklären als sie es bisher getan haben. Wenn es uns gelingt, den Sinngehalt freimaurerischer, auch ritueller Arbeit zu vermitteln, dann können wunderbare Beiträge entstehen. Dann kann die Berichterstattung so ausfallen, dass ich mich nicht mehr verstecken will, sondern sagen kann: Ja. Zu diesem Bund gehöre ich auch. Großartig!

Der Maßstab

Montag, Dezember 1st, 2014

Ein Werkzeug, das jede Freimaurerin an die Hand bekommt, ist der 24-zöllige Maßstab. Sie ist aufgefordert, damit ihre Zeit mit Weisheit einzuteilen. Das ist sicher ein guter Rat oder Auftrag. Ich mache mir Gedanken: steckt in diesem Symbol nicht noch viel mehr? Ich rechne um in unsere zeitgemäße Einheit: 61 Zentimeter (knapp) misst er nun und die zeitliche Komponente ist mit der Zahl 24 wie weggeweht. Erstaunlich, wie manche Attribute unsere Gedanken lenken.
Ob die Bauleute in früheren Jahrhunderten den Maßstab schon mit der Zeit in Verbindung brachten? Oder war ihnen der Maßstab mehr ein Prüfstein, übertrugen sie damit ihre (Bau-)Pläne in die Wirklichkeit und umgekehrt? Der Maßstab ist im heutigen Sprachgebrauch so vieles: Ein Anspruch, eine Forderung oder ein Grundsatz, ein Prinzip, ein moralisches Gebot, ein Motto oder eine Methode, eine Ordnung oder gar ein Leitbild.
Wir beschäftigen uns heute in unserem Alltag des 21. Jahrhunderts mit den gleichen Symbolen wie Freimaurer vor mehreren hundert Jahren. Unsere Assoziationen sind andere, unsere Welt ist eine andere. Symbole sind so offen, dass sie das vertragen. Und doch frage ich mich zuweilen, ob wir im Kern noch das Gleiche meinen?

Zeit einteilen

Sonntag, November 2nd, 2014

In diesen Tagen wird es wieder spät hell und früh dunkel. Für mich ist das ein willkommener Anlass, über das Phänomen Zeit nachzudenken, vor allem darüber, wie ich Zeit empfinde und wie ich mit meiner Zeit umgehe. In aufregenden Phasen mit viel Action kommt es mir vor, als ob sie rast und ständig wegrennt. Wenn mir langweilig ist, wenn nichts passiert oder ich sehnlich auf etwas warte, will sie partout nicht vergehen und schleicht zäh und schleppend voran. Dabei tickt die Uhr an der Wand doch immer gleich und ihr Sekunden- und Minutenzeiger springt in immer demselben Tempo und Rhythmus von einer Position zur nächsten. Ich hatte in den vergangenen Wochen jedenfalls so viel um die Ohren, sowohl beruflich als auch privat, dass ich gar nicht mehr so recht weiß, wo oben und unten, wo vorn und hinten ist. Ich bin ausgepowert und funktioniere nicht mehr, werde den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Der Abwasch türmt sich in der Küche. Auf meinen Schreibtisch stapeln sich Dokumente, die ich dringend bearbeiten müsste, doch ich schleiche drumherum und beobachte, wie der Stapel stetig wächst. Kürzlich habe ich meinen Fahrradschlüssel verlegt und bisher nicht wieder gefunden. Das alles sind Warnzeichen, die mir signalisieren: Kürzer treten, Pause machen, langsam voran. In unserem freimaurerischen Ritual ist mir dann mal wieder der 24-zöllige Maßstab besonders intensiv begegnet. Dieses symbolische Werkzeug soll uns daran erinnern, unsere Zeit gut einzuteilen. Ich war in den vergangenen Wochen nicht besonders klug darin, das weiß ich definitiv, und es hat mir überhaupt nicht gut getan. Aber jetzt will ich wieder klüger werden. Das heißt: Ich lasse mich nicht anstecken von der hektischen Halloween-Dekorier-Wut in der Nachbarschaft. Ich ignoriere den vor-adventlichen Putzwahn. Und ich werde in den kommenden Tagen ein paar Termine absagen, mich richtig ausruhen und es dann bis zum Jahresende etwas langsamer und besonnener angehen lassen.

Das Symbol des 24-zölligen Maßstabs

Mittwoch, September 17th, 2014

Wofür steht das Symbol des 24-zölligen Maßstabs?
Das Symbol steht für das Messen von Dimension und Verhältnismäßigkeit. 
Dadurch ergeben sich gedanklich Begrenzungen der Zeit, des Raums im Sinne der Maßlichkeit und im übertragenen Sinne des Verhaltens, der Maßhaftigkeit oder des Maßvollseins. All’ diesen Begrenzungen wohnt ein Organisationsprinzip inne, das den Umgang mit begrenzten Ressourcen und das Setzen von Prioritäten ermöglicht. 
Es entsteht ein Spielfeld für selbst gewählten Aktivität.
Wie wirkt das Symbol allgemein auf die Gemeinschaft?
Wichtige und unwichtige Dinge bekommen eine Zuordnung zu Zeit, Ort/Raum und Verhältnismäßigkeit. Das wirkt ordnend und schafft Strukturen, die die Gemeinschaft erkennt und anerkennen kann. Werden die Strukturmuster anerkannt, sind sie verbindlich. Die Mitglieder einer Gemeinschaft können sich damit aufeinander verlassen. Es entsteht Raum für Ideen, Neues, Entwicklung.
Wie kann das Symbol individuell erfahren werden?
Das Symbol trägt eine Erinnerungsfunktion, beispielsweise im Sinne einer Aufforderung: Carpe Diem. Für manche ist die Vorstellung dieses Ordnungsprinzips ein unbekanntes Territorium. Strukturen oder das Einhalten von Verbindlichkeiten sind unbekannt und ungewollt. Für mache Menschen schafft es einen Rahmen und somit Klarheit und Sicherheit. Für andere verursacht es Zwänge oder auch Langeweile.
Für mich stellen all diese Gedanken die Grenze meiner momentanen Vorstellungskraft dar. Diese Grenze wirkt wie eine unüberwindbare gedankliche Mauer. Die Sehnsucht und Neugier, mehr darüber zu erfahren und davon zu nutzen, wird den Aufbruch zu neuer Kreativität und Tatkraft inspirieren. Und das braucht noch Zeit.

Symbole

Donnerstag, April 24th, 2014

Die Sache selbst ist nicht, wie die Sache erscheint.
So haben Symbole für mich eine wunderbare Magie, nicht nur als Freimaurerin.
Schon in der Antike gab es den Brauch, eine Tafel aus Ton zu teilen und als Erkennungszeichen zu einem Treffen zusammenzusetzen.
Ein Zeichen, ein Griff, ein Sinnbild oder Begriff und Gegenstände können als Symbole genutzt und verstanden werden. In der Freimaurerei sind das z. B. der Salomonische Tempel, der raue Stein, der Spiegel, die Winkelwaage oder Sonne und Sterne. Die Herkunft ist verschieden. Die Naturwissenschaften, das Bauhandwerk, die Religion oder alltägliche Gegenstände wie der Spiegel, erfahren eine eigene Sinngebung im jeweiligen Kontext. Trotzdem wohnen der Bedeutung all dieser Symbole auch eine gemeinsame Schnittmenge inne, die die Mehrheit der Betrachter nachvollziehen kann. Ein Symbol verbindet Menschen und auch die möglichen Pole der Betrachtungsweise:
der Spiegel erlaubt es mir zur erkennen, ist aber auch als Zeichen der Eitelkeit bekannt.
Mir wirft das Beschäftigen mit Symbolen immer wieder neue Fragen auf. Das treibt meine Neugier, mehr zu entdecken, in der Welt aber auch an mir.

Der Salomonische Tempel in 313 Wörtern

Freitag, April 11th, 2014

Ich wünsche mir, dass möglichst viel von dem, was in der Freimaurerei relevant ist, in diesem Blog vorkommt. Und so versuche ich, was unmöglich erscheint: einen kurzen Beitrag über den Salomonischen Tempel. Es ist der Sinn, vielmehr Ziel der freimaurerischen Arbeit, den Tempel der Menschlichkeit zu bauen. Als Symbol dafür dient der Salomonische Tempel. Ein überaus bedeutendes Symbol also. Ein Symbol ist bildhaft und steht in der Freimaurerei zumeist für abstrakte, komplexe Ideen. Der salomonische Tempel soll vor ca. 3000 Jahren erbaut worden sein und ist das erste detailliert beschriebene herausragende Gebäude, das von Menschen errichtet wurde. Die Weiterentwicklung der Idee eines Tempelbaus durch menschliche Bausteine stammt bereits aus der Bibel. Wir Freimaurerinnen bezeichnen heute den salomonischen Tempel als Symbol für den Tempel der Humanität, an dem wir als Freimaurerinnen arbeiten. Dieser Bau ist etwas ungeheuer Großes, Herausragendes und Bedeutendes, ja etwas Einzigartiges, so wie es der salomonische Tempel zu seiner Zeit war. Das Vorhaben ist so groß, dass es wohl kaum jemals beendet werden kann. Doch darf die Größe nicht abschrecken, nicht mutlos machen und uns nicht vom Bau abhalten. Jede einzelne ist aufgerufen, „ihren Stein“ zu bearbeiten, sich selbst zu veredeln, bis sie sich harmonisch in den Tempelbau der Humanität einfügt. Hier wird deutlich, wie schmal der Grat zwischen Deutung und Missverstehen ist: Wer den Tempelbau nicht symbolisch versteht, sondern ernsthaft meint, Freimaurer wollten den salomonischen Tempel als Bauwerk neu errichten, ist von Verschwörungstheorien, Geheimwissen, geheimen Plänen etc. nicht weit entfernt. Und auch nah an dem Stoff, aus dem beispielsweise Dan Brown seine Bestseller strickt. Wer eine historische Wahrheit finden will, der sucht vergeblich. Die, die in der Lage ist, symbolische Weisheiten zu entschlüsseln, kann den für sich selbst zutreffenden Sinn herauslesen. Und hier endet mein Gedankenanstoß. Entmutigen ließ ich mich nicht, darum geht es. Fortsetzung folgt – vielleicht hier, vielleicht in Gesprächen an anderer Stelle…

Freimaurerische Symbolik

Mittwoch, März 26th, 2014

Die freimaurerische Symbolik - in Dingen, Worten und Handlungen - ist geeignet, ein Symbolverständnis zu wecken und ein bereits vorhandenes zu vertiefen und Sinne und Verstand in Achtsamkeit für das Wirkliche, Sichtbare, Hörbare, Fühlbare zu trainieren.