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Kontakt mit Kotzbrocken - und wie war Ihr Tag?

Dienstag, Dezember 13th, 2016

Kotzbrocken

Für Menschen, die sich in unangemessener Weise äußern, gerne auch ohne jede Wertschätzung, habe ich als Kind das Wort “Kotzbrocken” gelernt. Gerade ist mir so einer begegnet. Jetzt frage ich mich, wie ich als Erwachsene und Freimaurerin in angemessener Form mit diesem Phänomen umgehe? Natürlich kommt es darauf an, in welchem Zusammenhang, in welcher sozialen Situation diese Begegnung stattfindet. Verpassen wir der Begegnung das Etikett “privat”. Mei erster Impuls folgt dem Motto “wie man in den Wald hineinruft, schallt es heraus”. Dementsprechend könnte ich mich, ohne mich jedoch selbst im Ton zu vergreifen, freundlich bestimmt zurückziehen. Hätte ich dem Kotzbrocken damit den Spiegel vorgehalten? Vielleicht würde er eine Verbindung zu seinem Verhalten erkennen, vielleicht auch nicht. Als Freimaurerin ist mir sehr bewusst, dass ich nur mich selbst verändern kann und niemanden sonst. Bedeutet das, dass ich mein Ego kontrollieren muss, dem Impuls, die Brocken hinzuschmeißen widerstehe und einfach mein Ding weitermache? Letztlich kommt es eben auch noch darauf an, worum es geht. In diesem Fall geht es um eine Unternehmung, an der viele Menschen engagiert beteiligt sind. Es bleibt eine Abwägungsfrage. Dass der Kotzbrocken mit seinem Verhalten womöglich durchkommt, daran hat mein Ego noch gewaltig zu knabbern.

(Foto: Christopher Paul / pixelio.de)

Von Nervensägen und Spiegeln

Sonntag, September 14th, 2014

Manche Zeitgenossen lösen bei ihren Mitmenschen einen regelrechten Fluchtreflex aus. Gerade kürzlich habe ich auf einer Konferenz wieder diese Beobachtung gemacht. In diesem speziellen Fall erreichte ein Teilnehmer durch pausenloses langatmiges Nörgeln und fortgesetztes Äußern von Bedenken zu wirklich Allem und Jedem, dass andere ihm möglichst aus dem Weg gingen. Mir fiel das auf, weil ich selbst das Weite suchte, wenn er sich näherte. Ob ihm bewusst ist, wie er auf seine Umwelt wirkt? Was er tun könnte, um das zu ändern? Ich weiß es nicht und ich sehe mich als äußerst entfernte Kollegin auch keineswegs in der Position, ihn darauf aufmerksam zu machen. Die Umgangsformen des Geschäftslebens ließen dies gar nicht zu. In der Loge wäre das anders. Als Freimaurerin bemühe ich mich selbst darum, meine Umwelt bewusst wahrzunehmen. Ich hoffe, dass meine eigenen blinden Flecken so über die Zeit kleiner werden und ich mehr und mehr lerne, aus den Reaktionen anderer auf mich die richtigen Schlüsse zu ziehen. Alleine und ohne Hilfe wird es mir allerdings nie gelingen zu sehen, was andere wahrnehmen. Doch ich habe Glück: In der Loge darf ich darauf hoffen, dass meine Schwestern mir den Spiegel vorhalten und mir so helfen, mehr von mir zu erkennen. Ich darf sogar darauf vertrauen, dass sie das wohlwollend und liebevoll tun. Sie wollen mich ja nicht verletzen. Ich werde mich bemühen, daran zu denken, wenn ich das nächste Mal etwas über mich erfahre, was mir nicht bewusst ist und wahrscheinlich auch nicht gefällt. Wir haben schließlich alle unsere Macken. Mögen es weniger werden und nicht mehr! Dies wünsche ich, aus der Ferne, natürlich auch dem genannten Kollegen.

Symbole

Donnerstag, April 24th, 2014

Die Sache selbst ist nicht, wie die Sache erscheint.
So haben Symbole für mich eine wunderbare Magie, nicht nur als Freimaurerin.
Schon in der Antike gab es den Brauch, eine Tafel aus Ton zu teilen und als Erkennungszeichen zu einem Treffen zusammenzusetzen.
Ein Zeichen, ein Griff, ein Sinnbild oder Begriff und Gegenstände können als Symbole genutzt und verstanden werden. In der Freimaurerei sind das z. B. der Salomonische Tempel, der raue Stein, der Spiegel, die Winkelwaage oder Sonne und Sterne. Die Herkunft ist verschieden. Die Naturwissenschaften, das Bauhandwerk, die Religion oder alltägliche Gegenstände wie der Spiegel, erfahren eine eigene Sinngebung im jeweiligen Kontext. Trotzdem wohnen der Bedeutung all dieser Symbole auch eine gemeinsame Schnittmenge inne, die die Mehrheit der Betrachter nachvollziehen kann. Ein Symbol verbindet Menschen und auch die möglichen Pole der Betrachtungsweise:
der Spiegel erlaubt es mir zur erkennen, ist aber auch als Zeichen der Eitelkeit bekannt.
Mir wirft das Beschäftigen mit Symbolen immer wieder neue Fragen auf. Das treibt meine Neugier, mehr zu entdecken, in der Welt aber auch an mir.