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Ein verborgenes Netz - Musik freimaurerisch inspirierter Komponisten

Samstag, Juli 23rd, 2016

v.l. Naila Alvarenga, Klavier; Katja Zakotnik, Violoncello
“Frauen sind Freimaurer? Das war für viele Besucher die erste Überrschung beim Konzert ‘Ein verborgenes Netz’ [...]“.
So beginnt die Zeitungskritik der “Rheinpfalz” zu einem musikalisch-freimaurerischen Erlebnis, das am 17. Juli in Ludwigshafen/Rhein stattfand. Die Cellistin Katja Zakotnik und ihre Pianistin Naila Alvarenga spielten Musik freimaurerisch inspirierter Komponisten und zeigten in der Konzertmoderation, wie sich die Freimaurerei in Werken und Leben der Tonkünstler widerspiegelt. Die Schirmherrschaft über diesen wahrhaft außergewöhnlichen Abend hatte die Loge UNITAS i.Or. Mannheim übernommen und damit mehr als Präsenz gezeigt.

“Wie wir heute hören werden, sind einige Freimaurer auch bedeutende Komponisten gewesen, die Wunderbares vertont haben”, sagte die MvSt der UNITAS, in ihrem Grußwort.
Da war zum Einen Francesco Geminiani, der bei der Gründung der englischen Großloge 1717 Zeitzeuge war. Seine Sonate spielte das Cello-Klavier-Duo spritzig und erfrischend und es genoss dabei offensichtlich die kunstvollen Regeln des Barock. Danach rechnete man mit Moderation, doch mitnichten: die Tür des Saales flog auf und Meister Geminiani selbst kam zum Vorschein, gespielt von Günter Weißkopf, einem anerkannten Schauspieler im Bereich Improvisationstheater. Entsetzt und schockiert war er, denn ihm seien Noten abhanden gekommen. Das Publikum war plötzlich Teil dieses Dramas, das einer Anekdote nach diesen Komponisten letztendlich durch ein geschwächtes Herz zu Tode brachte.
Diesen Überraschungsauftritt verdaut, lauschten die ZuhörerInnen gespannt Katja Zakotniks Ausführungen über die Anfänge der Freimaurerei. An professionell erstellten Flipcharts verdeutlichte sie die Entwicklung der Steinmetze zu einer Bruderschaft.
Auch Mozart wurde später Teil davon und Beethoven, der selbst kein Maurer war, wandelte Arien aus Mozarts Oper “Die Zauberflöte” in Variationswerke für Cello und Klavier. Sowohl “Ein Mädchen oder Weibchen” -der Arie des Papageno- als auch “Bei Männern, welche Liebe fühlen” -einem Duett- spiegelt Beethoven die Entwicklung der Zauberflöten-Charaktere, wie Katja Zakotnik spannend erläuterte. Als die Musik erklingt, wird diese Entwicklung durch das farbenreiche und virtuose Spiel der Cellistin und Pianistin geradezu fühlbar. Die beiden international preisgekrönten Musikerinnen beeindruckten sowohl durch Fingerfertigkeit und Perfektion als auch durch Musikalität und fantasiereiche Tongestaltung.

In einer Pause, in der die UNITAS einen Ausschank vorbereitet hatte, kamen die Freimaurerinnen mit interessierten Zuhörerinnen ins Gespräch.
Danach gab es einen Zeitsprung: Jean Sibelius, der finnische Komponist und Freimaurer, war an der Reihe. Seine Musik drückt Dualität aus: Licht und Schatten sind offensichtlich zu hören. Katja Zakotnik und Naila Alvarenga spielten ein selten gespieltes Werk, die “Vier Stücke Op. 78″, die sich direkt in die Herzen des Publikums schlichen. Da war unter anderem die Romanze, die Katja Zakotnik am Cello unglaublich weich gestaltete, oder das virtuose Rigaudon, das die Zuhörer ins Staunen versetzte.
Den Schluss des Konzertes bildete der Komponist Johann Nepomuk Hummel, seinerzeit engagierter Freimaurer und sogar berühmter als sein bester Freund Beethoven. Dass sich dieser Mann ein Urheberrecht erdachte und damit den Grundstein für die heutige GEMA legte, ist nicht zuletzt der Inspiration geschuldet, die er aus seiner Mitgliedschaft in der Loge Anna Amalia zu den drei Rosen i.Or. Weimar zog. Cello und Klavier spielte seine “Variaitonen d-Moll”, die von der Presse als “artistische Supershow im Hochfrequenzbereich” bezeichnet wurden. Zurecht.


http://www.verborgenesnetz.de

Foto: C. Gaier

Wer in Schwung kommen will, braucht Anstöße, die kraftvoll Kreise ziehen

Freitag, Juni 3rd, 2016

momentum
Kreise, die sich immer weiter ausbreiten. Ein Gedanke, ein Wort oder ein ganzes Buch; ein Lächeln, ein Händedruck oder eine hilfreiche Handlung, ein Wissenschaftsprojekt, ein Film oder ein intensives Gespräch – und im entscheidenden Moment verändert sich etwas, gerät in Bewegung, richtet sich neu aus, wird interessant. Deshalb haben sich die Freimaurerinnen der neuen Loge in Dresden in Dresden den Namen MOMENTUM gegeben, was sich mit „Impuls“ oder „Augenblick“ übersetzen lässt und immer wieder daran erinnert, dass gelingendes Leben aus Entwicklung und Bewegung besteht.
Am letzten Wochenende konnte ich mit fast hundert Schwestern die Lichteinbringung in dieser Loge feiern. Zuvor hatten die elf Gründerinnen, von denen zehn aus der Potsdamer Loge „Märkisches Mosaik“ kommen, mehrere Jahre lang wichtige Aufbauarbeit geleistet: Sie waren mit Schwung, Kraft und Ausdauer auf den Straßen zwischen Sachsen und Brandenburg unterwegs und konnten vielerorts Impulse setzen und Frauen für die Freimaurerei begeistern.
Der Gedanke des Impulses wurde auch im Bijou umgesetzt. Es stellt bildlich dar, was die Logenmitglieder erwarten und hoffen: dass sich die schwesterlichen Impulse als schwungvolle dynamische Kräfte wellenförmig in konzentrischen Kreisen immer weiter ausbreiten, um schließlich mit anderen Wellen in Resonanz zu treten. Und dass die gemeinsame Arbeit weitere Kreise zieht, dass die Loge wächst und ihrerseits Impulse für die Gründung neuer Logen setzt. Der Amthyst steht für Harmonie, Sensibilität und Liebe und ist der Pulsator, der die Bewegung in Gang setzt und der Trägerin zugleich auch Geborgenheit und Wohlgefühl vermitteln soll.
Die Schwestern der Loge Märkisches Mosaik i. O. Potsdam, die den Aufbau der Loge tatkräftig und schwungvoll unterstützt haben, wünschen ihren Schwestern in Dresden weiterhin gutes Gelingen, Ausdauer und Schwung, viele neue Impulse und weiterhin Freude an der Bewegung.

Von Lichteinbringungen und Hochzeiten

Montag, April 25th, 2016

weimartorte
Die Installation einer neuen Loge ist ein wunderbares Fest. Die Beteiligten geben sich mit der Vorbereitung viel Mühe und blicken dem Tag voller Vorfreude und auch mit einer gewissen Anspannung entgegen. Alles ist festlich geschmückt, überall strahlende Gesichter, es gibt gute Wünsche, schöne Ansprachen und Geschenke. Fast wie auf einer Hochzeit. Und noch etwas ist ähnlich: Nach dem Fest beginnt der Alltag. Plötzlich konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Einzelnen nicht mehr nur auf die Loge. Es gibt Interessenkonflikte, unterschiedliche Ansichten und individuell verschiedene Möglichkeiten. Dann beginnt die Arbeit! Ob sie gelingt, hängt auch davon ab, ob wir in der Lage sind, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Los geht es schon mit der Einsicht, dass Konflikte überall entstehen, wo Menschen zusammen sind. Sie sind sogar notwendig für Entwicklung. Schlimm werden sie erst, wenn sie eskalieren. Dass sie dies nicht tun, dafür tragen alle Verantwortung. Und auch das ist dann wieder wie in einer Ehe.

Freimaurerei ist keine Privatsache - warum auch die FGLD zur Flüchtlingtragödie Stellung bezieht

Donnerstag, September 17th, 2015

“Europa droht zu zerfallen” lautet die Überschrift eines aktuellen Tagesschau-Kommentars zur Flüchtlingskrise, in dem Karin Bensch warnt: “Europa wird zersplittern, (…) wenn die Mitgliedsländer es nicht (…) schaffen, den Flüchtlingsansturm zusammen in den Griff zu kriegen.”

Die Frauengroßloge von Deutschland hat sich einer internationalen “Erklärung zur Flüchtlingstragödie” angeschlossen, die bereits von zahlreichen Freimaurer-Großlogen unterzeichnet wurde.

In ihrer Erklärung appellieren die Großlogen an die europäischen Regierungen, “eine gemeinsame Politik zu verwirklichen, die für einen würdigen und menschlichen Empfang derjenigen Bevölkerungsgruppen sorgt, die sich in Not und Elend befinden.”

Freimaurer-Großlogen - darunter auch die Frauengroßloge von Deutschland (FGLD) - äußern sich “im Verbund” öffentlich zu einem politischen Thema und “bekennen Farbe”. “Gut so!”, könnte man/frau denken, “Schließlich sollten Mitglieder einer Gemeinschaft, die sich Werte wie ‘Toleranz’, ‘Solidarität’ und ‘Brüderlichkeit’ auf die Fahnen schreiben, auch öffentlich Stellung beziehen, wenn diese Werte auf dem Spiel stehen!”

Doch die Reaktionen unter uns Freimaurerinnen der FGLD sind keineswegs einhellig begeistert - einige Schwestern sind der Auffassung, der internationale Appell verstoße gegen eine freimaurerische Regel, derzufolge wir in unseren Logen nicht über Politik und Religion diskutieren und uns weder als Loge noch als Großloge öffentlich zu entsprechenden Themen äußern.

Woher kommt diese Überzeugung?

In den sogenannten “Alten Pflichten” von James Anderson aus dem Jahr 1723 heißt es: “[Es] dürfen keine persönlichen Sticheleien und Auseinandersetzungen und erst recht keine Streitgespräche über Religion, Nation oder Politik in die Logen getragen werden.” (VI.,2. siehe u.a.
http://www.pdf-archive.com/2012/08/05/alte-pflichten-der-freimaurer-1723/preview/page/5/)

Die “Alten Pflichten” werden vor allem von Brüdern, deren Logen sich an die Großloge von England binden, als “Grundgesetz der Freimaurerei” anerkannt. Für uns Freimaurerinnen der FGLD sind die “Alten Pflichten” nicht bindend im Sinne eines maurerischen “Grundgesetzes” - andernfalls dürfte es uns gar nicht geben, da der Text Frauen klar von der Freimaurerei ausschließt!

Wie sollen wir es also halten mit der Politik?

Vielleicht können die folgenden Sätze von Bruder Hans-Herrmann Höhmann ein Denkanstoß sein:

“Logen und Großlogen formulieren keine po­litischen Programme, nehmen nicht Teil an parteipolitischen Auseinandersetzungen und vertreten nicht die Interessen gesellschaftlicher Gruppierungen und Verbände.

Dennoch hat die Freimaurerei eine politi­sche Wirkung: (…) mit der Verpflichtung zur Menschlichkeit thematisiert sie ein Grundziel jeder Politik, gemäß ihres Bekenntnisses zur Toleranz hilft sie, die politische Kultur im Sinne einer ’streitbaren Gesprächsfähigkeit’ zu verbes­sern, und durch das Erörtern wichtiger Zeitfragen in den Logen trägt sie zur politischen Urteilsbil­dung ihrer Mitglieder bei.”
(http://www.afuamvd.de/informationen/)

Jede Freimaurerin und jeder Freimaurer entscheidet eigenverantwortlich, wie er/sie die freimaurerischen Ideen und Werte in die Tat umzusetzt - gleichzeitig ist Freimaurerei keine Privatsache, weil sie uns auffordert, in der Welt (und damit öffentlich) einzutreten für Menschlichkeit, Toleranz, Solidarität und Brüderlichkeit.

In der aktuellen Flüchtlingskrise gibt es keine einfachen Antworten und fertigen Lösungen. Es wäre dennoch falsch, aus Angst vor “Vereinfachung” zu schweigen!

Lasst uns in den Logen üben, wichtige Zeitfragen jenseits von Rechthaberei, Starrsinn und Polemik offen, fair und auf Augenhöhe zu erörtern - und lasst und diese im Miteinander erworbene “streibare Gesprächsfähigkeit” einbringen in die öffentliche Diskussionen nicht nur aber gerade auch zur aktuellen Flüchtlingsthematik!

Auf Spiegel-Online schreibt Markus Becker unter der Überschrift “Europa in der Sinnkrise“:
“Wenn man dem Flüchtlingsdrama überhaupt etwas Positives abgewinnen will, dann vielleicht dieses: Es zwingt die Europäer, über sich selbst, über ihr Verhältnis zueinander und ihr Verhältnis zum Rest der Welt nachzudenken. Und wenn alles gutgeht, kommt am Ende eine EU dabei heraus, die Menschen aus guten Gründen anzieht und daraus ihre Stärke bezieht.”

In diesem Sinne: Nutzen wir die aktuelle Krise, um als Freimaurerinnen über uns selbst, unser Verhältnis zueinander und unser Verhältnis zur Welt (d.h. auch zur Öffentlichkeit) nachzudenken und zu diskutieren!

Wenn alles gut geht, kommt am Ende eine Freimaurerei dabei heraus, die Menschen aus guten Gründen anzieht und daraus ihre Stärke bezieht!

Arbeit in Graden – ist das Hierarchie?

Freitag, Juni 26th, 2015

Die so genannte Johannismaurerei arbeitet in drei Graden: Lehrling, Gesellin und Meisterin. Damit installieren wir in unserer Logen kein hierarchisches System, sondern widmen uns unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten. Als Lehrlinge beschäftigen wir uns hauptsächlich mit unserer eigenen Person, wir lernen die Loge und die freimaurerischen Traditionen kennen und lassen das Neue auf uns wirken. Wir schauen in uns. Als Gesellinnen betrachten wir unsere Umgebung genauer, prüfen, wo unser Platz und unsere Aufgabe in der Gruppe sein kann. Wir schauen um uns. Als Meisterinnen übernehmen wir Verantwortung für das Funktionieren der Gruppe, für die Bewahrung, Erweiterung und Weitergabe unseres Wissens und für zukünftige Projekte und Pläne. Wir schauen über uns, z.B. über uns selbst und unsere momentanen Befindlichkeiten hinaus. Allerdings kommen auch die Meisterinnen nicht umhin, weiter in sich und um sich zu schauen.
Die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte sind nur in idealtypischer Weise getrennt und fügen sich zu einem notwendigen Ganzen zusammen: Je besser ich mich selbst, meine Stärken und Schwächen, meine wahren und vorgeschobenen Handlungsmotive kenne, um so besser kann ich mit anderen Menschen in eine gleichberechtigte, von Respekt und Achtsamkeit getragene Beziehung treten und mich in ein Team einfügen. Das wiederum ist eine gute Voraussetzung dafür, dass wir in toleranter, einander ergänzender und einfühlsamer Weise das Zusammenleben so gestalten, dass sich jede, die möchte, aktiv in die Gruppe, in die inhaltliche Arbeit und die organisatorischen Abläufe einbringen kann. Wer mitarbeitet und regelmäßig an den Veranstaltungen teilnimmt, wird nach der rechten Zeit zur Gesellin befördert. Wer weiterhin engagiert bei der Sache ist, sich einbringt und im Kreise der Schwestern den eigenen Horizont erweitert, wird zur Meisterin erhoben. Aufnahme, Beförderung und Erhebung vollziehen wir in besonderen, so genannten Initiationsritualen.
Auch Lehrlinge und Gesellinnen sind vollwertige Vereinsmitglieder und nehmen an Mitgliederversammlungen und Abstimmungen teil. In den meisten Satzungen steht, dass bei den Wahlen für leitende Logen-Ämter in der Regel nur Meisterinnen kandidieren sollten, weil es für die Leitung von Verein und Loge - insbesondere bezüglich der Rituale - einer gewissen Erfahrung bedarf.

Entrümpelung - befreit euch von Ballast!

Donnerstag, Juni 18th, 2015

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In de Loge haben wir kürzlich über die freimaurerische Geheimschrift gesprochen. Geheim ist sie natürlich nicht, schon in der Wikipedia wird die Interessierte fündig. Es ist eine simple alphabetische Substitutionsschrift, die es in verschiedenen Varianten gibt. Sie hat im 18. Jahrhundert Einzug in die Freimaurerei gehalten, ganz den Moden der Zeit folgend. Heute hat sie für uns keinerlei Bedeutung. Wir stießen darauf, weil über einem Raum im Logenhaus das “Erkenne dich selbst” in eben dieser Geheimschrift angebracht ist. Ich habe nie groß darüber nachgedacht. Für mich stand die Inschrift immer dafür, dass sich Wissen oder auch Weisheit nicht von selbst erschließen, sondern ich mich darum bemühen muss. “Ernst genommen” habe ich die Geheimschrift nicht.
Doch heute frage ich mich: Wie kann ein interessierter Mensch unterscheiden, was heute in der Freimaurerei relevant ist und was historische Spielerei oder schlichte Dekoration? Es erscheint schwierig, vielleicht unmöglich. Am ehesten geht es im Gespräch. Dazu ist es natürlich unbedingt erforderlich, dass die Freimaurerinnen selbst für sich klar sortiert haben, was heute welche Bedeutung hat und bereit sind, den Ballast abzuwerfen und ihn dorthin zu stellen, wo er hin gehört, nämlich ins historische Kabinett. Wir sollten uns auf den Kern konzentrieren. Mit dem können wir auch heute überzeugen. Doch wer würde sich einer Vereinigung anschließen, die eine Geheimschrift pflegt? Ich vermute: nicht unbedingt die Menschen, die unsere Arbeit in den Logen voranbringen.

Die Frage aller Fragen

Freitag, März 27th, 2015

Meine Loge veranstaltet regelmäßig Vortragsabende, zu denen wir interessierte Frauen einladen. Beim letzten Mal sagte eine Dame, dass sie sich frage, was sie selbst wohl zu einer solchen Gemeinschaft beitragen könne. Mir ging das Herz auf - aus zwei Gründen. Zum einen zeugt die Frage von einem ernsthaften Interesse an unserer Loge und macht aus der Fragenden in dem Moment vielleicht eine Suchende. Zum anderen ist diese Frage die grundsätzliche und entscheidende für ein gelingendes Miteinander in der Loge, also tatsächlich die Frage aller Fragen. Was kann ich hier beitragen? Mit dieser Haltung bin und bleibe ich wach, aktiv und setze mich ein. Wir haben alle unterschiedliche Fähigkeiten, Vorlieben und Möglichkeiten. Glücklicherweise, denn so können wir uns ergänzen und immer wieder auf’s Neue erleben, dass Gemeinschaft wirklich bereichert. Wer also diese Frage im Kopf hat und behält, wird sich In der Loge nicht “belogen” lassen, sondern aktiv mitarbeiten. Und genau das macht letztlich den Unterschied. 

Das freimaurerische Licht…

Mittwoch, März 4th, 2015

… erleuchtet meine Loge: Es besteht aus Herzlichkeit, Offenheit, gegenseitigem Wohl-Wollen, Bereitschaft sich mitzuteilen, Zuhören.

Achtung: Komfortzone Loge

Sonntag, Januar 25th, 2015

Achtung: Komfortzone Loge!Komfortzone - ich bin nicht sicher, ob ich das Wort mag. Was mir jedoch gefällt, ist sein sprechender Charakter. Es ist sofort klar, was damit gemeint ist: Wer sich in seiner Komfortzone befindet, der fühlt sich sicher und wohl und kann aus dieser Position sicher agieren. Klar ist aber auch: so lange ich mich dort befinde, bleibt alles, wie es ist. In meiner Loge, im Kreise meiner Schwestern, fühle ich mich wohl. Und schon befinde ich mich mitten in einem Dilemma: Als Freimaurerin möchte ich mich doch entwickeln. Die Loge soll dabei ein Übungsfeld sein, meine Werkstatt, um die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen. Es kommt darauf an, sich nicht zu bequem einzurichten: Es gibt auch und gerade in der Loge reichlich Möglichkeiten, die eigene Komfortzone zu erweitern. In der Loge gibt es eine Menge Aufgaben zu erledigen, einige davon sind in sogenannten “Ämtern” fest verteilt. Warum also nicht mal ein Amt übernehmen, das herausfordernd erscheint? Oder einen Vortrag anbieten, bei dem man sich das Thema erst erarbeiten muss? Oder an anderer Stelle engagieren, wo es einen nicht spontan hinzieht? Durch neue Schwestern verändert sich die Loge kontinuierlich, auch das hilft, sich nicht zu sehr in seine Komfortzone zurückzuziehen. Auch das Besuchen anderer Logen bringt die Art von Impulsen, die eine Entwicklung unterstützen. Was nicht passieren sollte: Dass wir unwirsch reagieren, wenn etwas oder jemand uns aus der gemütlichen Ecke herauslockt! Dafür sind wir nicht Freimaurerinnen geworden. Und sich zu sehr einzurichten, das tut am Ende auch der gesamten Gruppe nicht gut!

Geselligkeit

Montag, November 24th, 2014

Neulich wurde ich auf ein interessantes Video der englischen Großloge auf YouTube* aufmerksam. Gut gemacht, fand ich, und doch mit völlig anderen Schwerpunkten, als wir wahrscheinlich in einem Video der Frauen-Großloge von Deutschland sehen würden. Dass Geselligkeit in Großbritannien eine große Rolle im Logenleben spielt, ist in dem Clip deutlich zu sehen. Ich denke darüber nach. Welche Rolle spielt Geselligkeit in meiner Loge? Bei dem Begriff zucke ich meist erst einmal zusammen. Vielleicht, weil ich schnell ein Bild mit trinkenden Horden vor Augen habe - was für mich wenig attraktiv ist. Woher dieses Klischee kommt, vermag ich nicht zu sagen. Ich versuche, mich über die Definition dem Begriff noch einmal neu anzunähern. Wikipedia beschreibt Geselligkeit als “eine von den Zwecken der Alltagsgeschäfte enthobene Grundform des menschlichen Miteinanders und Austauschs, bei der die daran Beteiligten gemeinsamen Werten verpflichtet sind.” Mit dieser Definition kann ich mich sehr anfreunden. Logenveranstaltungen empfinde ich generell als eine Pause vom Alltag. Gemeinsame Werte teilen wir ebenfalls und ein absichtsloses, programmfreies Miteinander, das den persönlichen Austausch fördert, ist unbestreitbar wichtig. Es bildet zudem einen Kontrapunkt zu unseren freimaurerischen Arbeiten und ermöglicht uns das, was wir in unserer Werkstätte als richtig erkannt haben, direkt in das Miteinander zu übertragen. Von der Erkenntnis im Geist zur Tat, ins Gemüt. Erst letzte Woche haben sich die Schwestern meiner Loge zum gemeinsamen Gänseessen getroffen, reine Geselligkeit. Wir tun es also, und es tut uns gut. Was wir nicht tun, ist, darüber zu sprechen, die geselligen Aspekte des Logenlebens zu thematisieren. Vielleicht ist es Zeit, dass wir damit beginnen.

* Titel des Videos: United Grand Lodge introduces Freemasonry