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Nach den Attentaten von Paris: Freiheit, Humanität und Menschenwürde – jetzt erst recht!

Sonntag, November 15th, 2015


In Paris haben Terroristen am Abend des 13. November bei Attentaten an verschiedenen Orten der Stadt mehr als 128 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Sie wüteten vor dem Fußballstadion, in einem Rockkonzert, in Restaurants – an Orten, an denen Menschen in ihrer Freizeit zusammenkommen, um sich zu erholen und zu erfreuen. So viele unschuldige Menschen haben ihre Leben verloren oder ihre Gesundheit, liegen jetzt im Krankenhaus, andere sind körperlich unversehrt geblieben, aber zutiefst geschockt. Ich – und sicher nicht nur ich allein – bin mir zwar bewusst, dass das alles nichts ist gegen das Grauen des Krieges, der zurzeit in Syrien tobt, doch ich bin entsetzt und tieftraurig über derartige Gewaltexzesse in Europa. Ich habe das Bedürfnis, den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden, den Französinnen und Franzosen mein Beileid auszusprechen, und neben aller Trauer spüre ich auch Zorn. Auch damit bin ich sicher nicht allein.
Um so wichtiger ist, dass wir in diesen schweren Tagen gemeinsam für unsere europäischen Werte eintreten: für Freiheit und Humanität. Umso wichtiger ist, uns nicht von der gegenwärtig hochemotionalen Stimmung mitreißen zu lassen, die nicht mehr unterscheidet zwischen Verbrechern und Flüchtlingen, zwischen aufgeklärt-moderner und fundamentalistisch-fanatischer Religion und die der Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit Tür und Tor öffnet.
Die barbarischen Morde in Paris haben nicht die Flüchtlinge in Europa, die vor genau diesem Wahnsinn geflohen sind, begangen. Die Attentate wurden von Verbrechern und Verblendeten angezettelt, geplant und ausgeführt, von Menschen, die ich für schwer krank, für hochgradig psychisch gestört und kriminell halte und die gegen alles verstoßen, was mir heilig ist: Die Liebe, die Menschenwürde, die Humanität, die Freiheit, die Toleranz. Ihnen und denjenigen, die ihnen nacheifern, muss mit aller Härte Einhalt geboten werden; sie gehören schnellstmöglich hinter Schloss und Riegel. Wer aber jetzt triumphiert und die schändlichen Attentate als Vorwand für weitere Stimmungsmache gegen Wehrlose, Verfolgte und Verzweifelte missbraucht, verstößt auch gegen unsere gemeinsamen Werte. Die Morde in Paris dürfen nicht als Vorwand dienen, uns abzuwenden von den Pflichten, die uns unser Grundgesetzt in § 16 a auferlegt: Politisch Verfolge genießen Asylrecht. Die Mörder dürfen uns nicht dazu bringen, alle Menschen muslimischen Glaubens pauschal zu Feinden zu erklären, denn die extrem-fanatische Haltung des IS hat mit dem Glauben der überwiegenden Mehrzahl unserer muslimischen Mitbürger, Nachbarn und der Mehrzahl der muslimischen Flüchtlinge nichts gemein. Nicht Angst und Hass und Pauschalurteile sollen uns leiten und unsere Haltung und Weltsicht bestimmen, sondern das Streben nach Licht, Leben und Liebe, Wohlwollen und Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und die Suche nach möglichst menschenfreundlichen Strukturen. Kehret niemals der Not und dem Elend den Rücken – diese Aufforderung gilt besonders in schweren Zeiten. Ohne Not lässt sie sich als blutleere Formel und netter Spruch leicht dahinsagen. Nur in Krisenzeiten zeigt sich, ob wir diese Worte ernst nehmen und mit Leben füllen.

Das freimaurerische Licht…

Mittwoch, März 4th, 2015

… erleuchtet meine Loge: Es besteht aus Herzlichkeit, Offenheit, gegenseitigem Wohl-Wollen, Bereitschaft sich mitzuteilen, Zuhören.

Die Pause nach dem Höhepunkt

Freitag, Juni 27th, 2014

Es war wunderschön, das Johannisfest, das wir vor ein paar Tagen in unserer Loge gefeiert haben. Es war besonders festlich und wir haben uns viel Zeit genommen, miteinander zu feiern, zu speisen und das unbeschwerte Zusammensein zu genießen. Auf der ganzen Welt treffen sich Freimaurerinnen rund um den längsten, lichtvollsten Tag des Jahres zum Johannisfest. Es ist der Höhepunkt unserer Arbeit im Logenjahr. 
Gleich nach diesem Höhepunkt beginnt in vielen Logen die Sommerpause, so auch in meiner Loge. Erst im September gehen die Veranstaltungen wieder los. 
Was bedeutet diese Pause nach dem Höhepunkt für mich? 
Klar, im Sommer sind viele Mitglieder der Loge nach und nach im Urlaub. Vielleicht ist es pragmatisch, die Treffen so lange auszusetzen und vielleicht ist diese Tradition so entstanden. Doch die Pause wirkt! Sie ist eine spürbare Zäsur. Wie in der Musik lässt auch in der Maurerei die Pause das Vorhergegangene wirken, betont und erzeugt Spannung für das Kommende. Ich denke darüber nach, was die Loge, die Freimaurerei und die Schwestern für mich bedeuten. Ich denke darüber nach, was sich in meinem Verhalten oder unserem Zusammensein vielleicht unbemerkt und unerwünscht eingeschlichen hat und nehme mir vor, das zu ändern. Ich werde wahrscheinlich, so war es in den letzten Jahren, über den Sommer eine wachsende Ungeduld verspüren, dass es endlich wieder los geht und mich dann bewusst und voller Elan in das neu beginnende Logenjahr stürzen. Ich nehme auch wahr, was ich in den zurückliegenden 12 Monaten geschafft habe und freue mich über alles, was ich und was wir erreicht haben.
Und wer weiß, vielleicht ist es ja im übertragenen Sinne wie im Leistungssport, wo die Trainingspause zu einer Leistungssteigerung führt. Vielleicht führt die Pause dazu, dass wir einen Satz nach vorne machen auf unserem jeweils individuellen Weg der (Selbst-) Erkenntnis. Ein schöner Gedanke.

FrauMaurer verabschiedet sich heute ebenfalls in die Sommerpause. Wir freuen uns schon heute auf eine Fortsetzung im September!