Posts Tagged ‘Komfortzone’

Die aus der Reihe tanzt

Donnerstag, Februar 19th, 2015

Die aus der Reihe tanzt
In der Loge sind alle Schwestern gleich, sind alle Schwestern. Die Individuen sind natürlich sehr verschieden. So wie es bei biologischen Schwestern auch der Fall ist bzw. sein kann. Symbolisch sehen Freimaurerinnen sich in einer Kette stehen, ein wirklich schönes Bild, wie ich finde. Doch was ist eigentlich, wenn eine aus der Reihe tanzt?
Gibt es das überhaupt, werden Sie vielleicht fragen. Da die Freimaurerei keine Dogmen kennt und die individuelle Entwicklung der Einzelnen in der Loge angeregt und gefördert wird, ist das eine sehr berechtigte Frage. Ich versuche es anders: Was ist, wenn eine immer wieder anders reagiert oder sich anders verhält als die Mehrheit der Schwestern? Wenn sie offensichtlich andere Werte priorisiert, z.B. das Eigeninteresse immer wieder über das Gruppeninteresse stellt? Ich wünsche mir in der Loge keine Uniformität und auch keine “Normalität” im Sinne einer normierenden Mehrheit. Gerade die Unterschiede sind es, die das Miteinander interessant und bereichernd machen. Dennoch ist der Effekt der Unkonformität im beschriebenen Sinne vor allem eines: anstrengend. Ich bin in dem Moment gezwungen, mich auseinander zu setzen. Ich muss meine eigenen Werte und Prioritäten hinterfragen und um eine angemessene Reaktion ringen. Ich werde andere nicht ändern, also muss ich selber mein Umgehen finden. Das ist mitunter schwierig und bedeutet ein Verlassen der eigenen Komfortzone. Wo es gelingt, ist es eine gute Erfahrung, die mich selbst dann auch wieder ein Stückchen weiter gebracht hat. Und wenn es nicht gelingt? Wenn die anderen Schwestern nicht in der Lage sind, reflektiert und mit Augenmaß und schwesterlicher Liebe zu reagieren? Dann wird es schwierig, vielleicht sogar kritisch. Am Ende der Überlegung steht für mich die Erkenntnis: Es kommt auf mein eigenes Verhalten an. Immer wieder, jedes Mal. Jede einzelne hat Verantwortung dafür, dass das Gemeinsame gelingt.

(Foto: Renate Franke, Pixelio)

Achtung: Komfortzone Loge

Sonntag, Januar 25th, 2015

Achtung: Komfortzone Loge!Komfortzone - ich bin nicht sicher, ob ich das Wort mag. Was mir jedoch gefällt, ist sein sprechender Charakter. Es ist sofort klar, was damit gemeint ist: Wer sich in seiner Komfortzone befindet, der fühlt sich sicher und wohl und kann aus dieser Position sicher agieren. Klar ist aber auch: so lange ich mich dort befinde, bleibt alles, wie es ist. In meiner Loge, im Kreise meiner Schwestern, fühle ich mich wohl. Und schon befinde ich mich mitten in einem Dilemma: Als Freimaurerin möchte ich mich doch entwickeln. Die Loge soll dabei ein Übungsfeld sein, meine Werkstatt, um die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen. Es kommt darauf an, sich nicht zu bequem einzurichten: Es gibt auch und gerade in der Loge reichlich Möglichkeiten, die eigene Komfortzone zu erweitern. In der Loge gibt es eine Menge Aufgaben zu erledigen, einige davon sind in sogenannten “Ämtern” fest verteilt. Warum also nicht mal ein Amt übernehmen, das herausfordernd erscheint? Oder einen Vortrag anbieten, bei dem man sich das Thema erst erarbeiten muss? Oder an anderer Stelle engagieren, wo es einen nicht spontan hinzieht? Durch neue Schwestern verändert sich die Loge kontinuierlich, auch das hilft, sich nicht zu sehr in seine Komfortzone zurückzuziehen. Auch das Besuchen anderer Logen bringt die Art von Impulsen, die eine Entwicklung unterstützen. Was nicht passieren sollte: Dass wir unwirsch reagieren, wenn etwas oder jemand uns aus der gemütlichen Ecke herauslockt! Dafür sind wir nicht Freimaurerinnen geworden. Und sich zu sehr einzurichten, das tut am Ende auch der gesamten Gruppe nicht gut!