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Gemeinsam handeln

Sonntag, Januar 7th, 2018

    Zusammen
    Zusammenkunft ist ein Anfang.
    Zusammenhalt ist ein Fortschritt.
    Zusammenarbeit ist der Erfolg.
    (Henry Ford)

Gemeinsam handeln, geht das überhaupt? Handelt nicht eine Jede für sich? Und das meine ich in zweierlei Bedeutungen: erstens - in ihrem eigenen Interesse und zweitens - jeweils alleine?
Ja, wir handeln normalerweise vorrangig in unserem eigenen Interesse, wirklich selbstloses Handeln ist äußerst selten. Selbst wenn wir vermeintlich etwas für andere tun, ist es in der Regel so, dass wir davon direkt oder indirekt profitieren und das ist auch in Ordnung, denn es kann ein hoher Motivator sein gut oder fair zu handeln. Wenn wir zum Beispiel einem anderen Menschen etwas schenken, werden die gleichen Glückshormone ausgeschüttet, wie wenn wir selber etwas geschenkt bekommen. Und freundliches, wertschätzendes Verhalten wird früher oder später bemerkt und macht einem häufig das Leben leichter.
Aus eigenem Interesse „gut zu handeln“ ist moralisch nicht verwerflich, kurzsichtig wäre allerdings, dafür Lob zu erwarten oder sich ungerecht behandelt zu fühlen, sollte es ausbleiben.
Und ja, letztlich handelt jede alleine, das bedeutet, ich kann niemandem die Schuld dafür geben, wenn etwas nicht passiert, dass ich tun möchte. Wir selbst, ganz alleine, sind der Motor dafür, dass die Dinge, die wir als richtig erkannt haben, vorangebracht werden. Wir sind verantwortlich für unser Tun, und wenn wir etwas bleiben lassen, dann eben auch. Sehr unbequem, aber dies müssen wir akzeptieren, wenn wir uns mündige Menschen nennen wollen. Wir müssen ständig Prioritäten setzen, denn wir sind in der glücklichen Lage zwischen unzählige Möglichkeiten wählen zu können, gleichzeitig passieren aber auch sehr viele Dinge im Leben, die uns fordern. Und alle Entscheidungen, die wir treffen und getroffen haben, haben Konsequenzen.
Wir sollten versuchen zu akzeptieren, dass andere Menschen, auch unsere Schwestern, andere Prioritäten setzen als wir selbst und vermeiden uns darüber zu ärgern, ändern können wir es eh nicht.
Dies bedeutet keinesfalls, dass jedes Verhalten in Ordnung ist, dass Verpflichtungen keinerlei Bedeutung haben und vor allem, dass unser Verhalten keine Auswirkung auf unser Umfeld hat, wir sollten aber dennoch hohe Erwartungen zu allererst an uns selbst richten. Und uns selbst gegenüber ehrlich sein, warum verhalte ich mich so, was treibt mich an, kann ich wirklich nicht anders? Das Senkblei ist hier der Freimauerinnen Werkzeug.
Wenn wir dies bedenken und es anwenden, kann sich möglicherweise gemeinsames Handeln entwickeln. Wir müssen etwas tun wollen, dass wir notfalls auch alleine vorantreiben werden. Wir müssen bereit sein Verantwortung zu übernehmen und Zeit zu investieren. Beides ist die Grundlage für die Freiheit, gestalten zu können. Wenn mehrere Menschen mit dieser Haltung zusammenkommen, dann braucht es keine motivierenden Anreize, denn die Sache an sich ist mir ein so großes Anliegen, dass ich dabei bin. Ich finde möglicherweise Menschen, die mein Vorhaben unterstützen, die es bereichern und voranbringen, die Mitstreiter sind, die eine Überzeugung haben und danach handeln. Im Diskurs über die Sache entwickelt sich immer auch eine Beziehung, bestenfalls entsteht Verbundenheit, die ebenfalls motiviert, gemeinsam etwas zu tun.
Gemeinsames Handeln ist also das Ergebnis eines Prozesses, an dessen Anfang ein gemeinsames Wollen stand, für das unter hoher Eigenleistung der Beteiligten im geduldigen Miteinander eine passende Form erarbeitet worden ist.

(Bild: Juli Gänseblümchen, Pixelio)

Denken Sie bitte nicht an Blau - oder: wie Freimaurer arbeiten

Donnerstag, Juni 23rd, 2016

Mein Google-Alert meldete dieser Tage einen Bericht von bzw. über eine Loge. Die Überschrift bediente sich hartnäckiger Vorurteile, die ich hier nicht wiederhole, und setzte dem ein “wir … nicht” voran. Der Text war ganz informativ, dennoch ist das offensichtliche Bemühen um transparente Öffentlichkeitsarbeit schon vorher verloren. Warum? Einfach weil unser Gehirn so ist, wie es ist. Wir verarbeiten ständig eine gigantische Flut von Informationen und reagieren darauf - jenseits aller modernen Medien. Schon bei einem Gang über die Straße beispielsweise hören und sehen wir, was passiert, bewerten die Information, und legen im Zweifel einen Zahn zu, wenn sich beispielsweise ein Fahrzeug zu schnell nähert. Das alles sind keine bewussten Prozesse. Sie laufen automatisiert in unserem Gehirn und helfen uns dabei zu überleben. Das Problem: Unser Unterbewusstsein versteht keine Verneinung. Viel zu kompliziert. “Denken Sie jetzt mal nicht an Blau!” ist ein einfaches Beispiel. 
Damit wird zum Einen deutlich, warum das negierte Wiederholen von Verleumdungen oder Vorurteilen keinen positiven Effekt hat, sondern im Gegenteil, das doch so Falsche weiter präsent hält und sogar verbreitet.
Zugleich bringt mich dieser Punkt auf einen Kern freimaurerischer Arbeit: In der Loge hören Freimaurerinnen positive Aussagen, etwa: Wie sollen wir uns begegnen? Auf gleicher Ebene, auf der Winkelwaage. Wir wiederholen eben nicht fortgesetzt, was nicht gut ist. Wir nutzen positive Bilder und verstärken damit das positive Verhalten. Wir holen das, was wir wollen, beispielsweise also einen toleranten, menschlichen Umgang miteinander, durch Sprache in die Wirklichkeit. Die positive Formulierung dringt bis in das Unterbewusstsein und das hilft bei der realen Veränderung. Es wirkt. Davon bin ich jedenfalls überzeugt. 

(Foto: Dieter Schütz/Pixelio)

Wer in Schwung kommen will, braucht Anstöße, die kraftvoll Kreise ziehen

Freitag, Juni 3rd, 2016

momentum
Kreise, die sich immer weiter ausbreiten. Ein Gedanke, ein Wort oder ein ganzes Buch; ein Lächeln, ein Händedruck oder eine hilfreiche Handlung, ein Wissenschaftsprojekt, ein Film oder ein intensives Gespräch – und im entscheidenden Moment verändert sich etwas, gerät in Bewegung, richtet sich neu aus, wird interessant. Deshalb haben sich die Freimaurerinnen der neuen Loge in Dresden in Dresden den Namen MOMENTUM gegeben, was sich mit „Impuls“ oder „Augenblick“ übersetzen lässt und immer wieder daran erinnert, dass gelingendes Leben aus Entwicklung und Bewegung besteht.
Am letzten Wochenende konnte ich mit fast hundert Schwestern die Lichteinbringung in dieser Loge feiern. Zuvor hatten die elf Gründerinnen, von denen zehn aus der Potsdamer Loge „Märkisches Mosaik“ kommen, mehrere Jahre lang wichtige Aufbauarbeit geleistet: Sie waren mit Schwung, Kraft und Ausdauer auf den Straßen zwischen Sachsen und Brandenburg unterwegs und konnten vielerorts Impulse setzen und Frauen für die Freimaurerei begeistern.
Der Gedanke des Impulses wurde auch im Bijou umgesetzt. Es stellt bildlich dar, was die Logenmitglieder erwarten und hoffen: dass sich die schwesterlichen Impulse als schwungvolle dynamische Kräfte wellenförmig in konzentrischen Kreisen immer weiter ausbreiten, um schließlich mit anderen Wellen in Resonanz zu treten. Und dass die gemeinsame Arbeit weitere Kreise zieht, dass die Loge wächst und ihrerseits Impulse für die Gründung neuer Logen setzt. Der Amthyst steht für Harmonie, Sensibilität und Liebe und ist der Pulsator, der die Bewegung in Gang setzt und der Trägerin zugleich auch Geborgenheit und Wohlgefühl vermitteln soll.
Die Schwestern der Loge Märkisches Mosaik i. O. Potsdam, die den Aufbau der Loge tatkräftig und schwungvoll unterstützt haben, wünschen ihren Schwestern in Dresden weiterhin gutes Gelingen, Ausdauer und Schwung, viele neue Impulse und weiterhin Freude an der Bewegung.

Von Lichteinbringungen und Hochzeiten

Montag, April 25th, 2016

weimartorte
Die Installation einer neuen Loge ist ein wunderbares Fest. Die Beteiligten geben sich mit der Vorbereitung viel Mühe und blicken dem Tag voller Vorfreude und auch mit einer gewissen Anspannung entgegen. Alles ist festlich geschmückt, überall strahlende Gesichter, es gibt gute Wünsche, schöne Ansprachen und Geschenke. Fast wie auf einer Hochzeit. Und noch etwas ist ähnlich: Nach dem Fest beginnt der Alltag. Plötzlich konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Einzelnen nicht mehr nur auf die Loge. Es gibt Interessenkonflikte, unterschiedliche Ansichten und individuell verschiedene Möglichkeiten. Dann beginnt die Arbeit! Ob sie gelingt, hängt auch davon ab, ob wir in der Lage sind, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Los geht es schon mit der Einsicht, dass Konflikte überall entstehen, wo Menschen zusammen sind. Sie sind sogar notwendig für Entwicklung. Schlimm werden sie erst, wenn sie eskalieren. Dass sie dies nicht tun, dafür tragen alle Verantwortung. Und auch das ist dann wieder wie in einer Ehe.

Gewandelte Arbeitswelt. Freimaurerei im 21. Jahrhundert

Dienstag, März 29th, 2016


Was ist charakteristisch für unser noch junges Jahrhundert? Und wie passt das mit Freimaurerei zusammen? Nach Beiträgen über die Kapitulation vor der Komplexität und die Digitalisierung folgt heute im dritten Teil ein Blick auf die gewandelte Arbeitswelt.

Wandel der Arbeitswelt
Unternehmen fordern heute eine sehr hohe Flexibilität von einem Großteil ihrer Belegschaft, nicht mehr nur von wenigen Führungskräften. Eine zumindest gefühlt ständige Verfügbarkeit, ein häufiger Wechsel der Arbeitsorte und eine hohe kontinuierliche Arbeitsbelastung durch andauernde Effizienzsteigerungsprogramme werden in Kauf genommen, wer aussteigt, wird rasch ersetzt, Bewerber gibt es genug. Ein fester und sicherer Arbeitsplatz ist für viele dennoch fern. Arbeit dient nicht mehr dem Lebensunterhalt sondern tritt die Rolle einer Ersatzreligion an, sie soll Sinn stiften. Begonnen hat diese Entwicklung bereits mit der Industrialisierung, doch scheint es mir so, als gäbe es heute allein durch Beschleunigung eine neue Qualität. Die Vereinheitlichung von gesetzlichen Vorgaben, firmeninternen Regelungen, Prozessen und Standards über Ländergrenzen lassen die Gestaltungsspielräume für die Einzelne schrumpfen. Kreativität tritt in den Hintergrund, das Funktionieren im Gesamtzusammenhang eines fragilen Räderwerks in den Vordergrund.
Ich frage mich häufig, ob die werktätigen Menschen diese Entwicklung befördern oder nur nicht verhindern können? “Halb zog er sie, halb sank sie dahin” ist vielleicht auch hier zutreffend.
Freimaurerische Arbeit ermutigt zum Denken. Unweigerlich auch zum Nachdenken darüber, wie und womit wir wie viel Zeit verbringen. Nachdenken über das Leben, seine Endlichkeit und was wir mit dieser Erkenntnis anfangen wollen. Dies hat Auswirkungen auf unser ganzes Leben. Auch auf unser Arbeitsleben.
„Sei stolz darauf, dass du auserwählt bist, den Job X zu übernehmen, als die eine unter vielen!“ Demnächst wirst du also noch viel mehr Lebenszeit für deine Firma aufbringen. Kann das für eine reflektierte Freimaurerin eine Verlockung sein? Sie wird die Mechanismen (hoffentlich) durchschauen und die Argumente wohl gegeneinander abwägen. Ich liebe meine Arbeit und ich mag auch die moderne Arbeitswelt. Der dritte Fall von Burnout in meinem Arbeitsumfeld in relativ kurzer Zeit macht mich jedoch traurig. Zugleich macht er mich besonders achtsam auf meine Balance zwischen Energie verbrauchen und Energie tanken.

(Foto: Stefan Bayer, Pixelio)

Mein Beitrag

Dienstag, Februar 2nd, 2016


In der Loge haben wir verschiedene Aufgaben, die von einzelnen Schwestern für die Gemeinschaft übernommen werden. Meine derzeitige Aufgabe ist es, für verschiedene Veranstaltungen in meiner Loge im Vorfeld die Musik auszuwählen. In diesem Amt spreche ich kein Wort. Das ist ein großer Kontrast zu der Aufgabe, die ich zuvor innehatte. Für mich sind diese Wechsel, die es regelmäßig gibt, überaus inspirierend. Augenblicklich bin ich sozusagen aufgerufen, ohne Sprache an der Stimmung und Atmosphäre zu arbeiten. Ich spinne den Gedanken weiter, entkopple ihn von der Musik und denke über meine Loge nach. Plötzlich nehme ich den Beitrag mancher Schwester für unsere Gemeinschaft sehr viel deutlicher wahr, wie herausgefiltert. Und ich frage mich, ob ich selbst genug sehe und einfach erledige, ohne viele Worte zu machen. Als Musikmeisterin ist es eine große Freude zu fühlen, dass die ausgewählte Musik die Stimmung unterstützt und zu erkennen, dass meine Wahl zum Gelingen der Veranstaltung beiträgt. Auch das lässt sich wieder gut verallgemeinern: Es macht zufrieden, einen sinnvollen Beitrag zu leisten, egal was für einen. Ich werde daran arbeiten.

Bild: birgitH (Pixelio)

Lasst den Worten Taten folgen

Montag, September 21st, 2015

In einer kurzen Stellungnahme zur Frage nach der Teilnahme unserer Großloge am internationalen Appell zur Flüchtlingstragödie hatte ich geschrieben: “Das wenigstens”. Ich wollte damit ein gewisses Unbehagen ausdrücken, denn bei aller Wertschätzung von Appellen: Sie sind ein erster, unerlässlicher Schritt, bei dem es aber leider häufig bleibt. 
In den Informationen zur freimaurerischen Arbeit der FLGD steht: 
“Sinn und Zweck der freimaurerischen Arbeit ist die Stärkung des Individuums und seiner Fähigkeit, Ideale wie Gleichwertigkeit, Freiheit und soziale Verantwortung konkret zu verwirklichen.” Wenn wir uns als Freimaurerinnen folglich um “Entwürfe” (und entsprechende Mitwirkung) bemühen, dann sind für uns jetzt Fragestellungen angesagt, die nicht nur theoretisch abgehandelt werden dürfen, sondern nach Vorschlägen praktischen Handelns verlangen, d.h. weit über ein verbales Bekenntnis hinausreichen. 
Zum Beispiel: Was muss/sollte/könnte jetzt bedacht, berücksichtigt, gewagt oder getan werden, 
- damit die Menschen als künftige Bürger unsere Meinungs- und Glaubensfreiheit ertragen und mittragen können? 
- damit sich die Frauen frei entwickeln können, ohne ihre körperliche und psychische Gesundheit oder sogar ihr Leben zu gefährden?
- um die bekannten Gefahren einer multikulturellen Gesellschaft – Segregation und Separatismus – zu vermeiden (oder zumindest einzugrenzen) und stattdessen mit den neuen, künftigen Bürgern unseres Landes Konsens eine verbindliche Wertorientierung herzustellen?
Viele weitere Dilemmata stehen im Raum.

Eins ist mir klar: Dies ist wirklich “Arbeit”, angefangen beim Erwerb von Grundlagenwissen über Migration, Gesetzeslage, Kulturen der Herkunftsländer, Ausbildungs- und Bildungsgänge und vieles mehr. Wir haben schon vor einigen Jahren an allen erdenklichen Ecken über “interkulturelle Kompetenzen” nachgedacht. „Migration“ und „Fundamentalismus“ wurden von den europäischen Freimaurerinnen ebenfalls vor Jahren schon als Jahresthema bearbeitet. Wir können anknüpfen, unser Wissen wieder aktivieren und aktualisieren.
Jeder Logen- und Arbeitskreisstandort hat seine ganz spezifische Situation und muss die daraus erwachsenden Aufgaben für die Bevölkerung vor Ort berücksichtigen. Öffentliche Veranstaltungen von Freimaurer(innen)logen mit entsprechenden Fachleuten sind z.B. eine Gelegenheit, die Loge als Impulsgeber und Podium zu nutzen, gemeinsam nach Maßstäben und Entwürfen für ein gelingendes Zusammenleben zu suchen - ein Grund, im 21. Jahrhundert Freimaurerin zu sein.
Wenn wir nur einigermaßen unserem Humanitätsideal nachkommen wollen, dann gibt es keinen Aufschub, angesichts der gegenwärtigen menschlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen konkrete Antworten zu versuchen und diese nicht zuletzt auch im Netz zur Verfügung zu stellen. Sie könnten - auch wenn sie nur einfach und klein sind - dem Appell einen entsprechend glaubwürdigen Wirkungsgrad verschaffen.

Die Frage aller Fragen

Freitag, März 27th, 2015

Meine Loge veranstaltet regelmäßig Vortragsabende, zu denen wir interessierte Frauen einladen. Beim letzten Mal sagte eine Dame, dass sie sich frage, was sie selbst wohl zu einer solchen Gemeinschaft beitragen könne. Mir ging das Herz auf - aus zwei Gründen. Zum einen zeugt die Frage von einem ernsthaften Interesse an unserer Loge und macht aus der Fragenden in dem Moment vielleicht eine Suchende. Zum anderen ist diese Frage die grundsätzliche und entscheidende für ein gelingendes Miteinander in der Loge, also tatsächlich die Frage aller Fragen. Was kann ich hier beitragen? Mit dieser Haltung bin und bleibe ich wach, aktiv und setze mich ein. Wir haben alle unterschiedliche Fähigkeiten, Vorlieben und Möglichkeiten. Glücklicherweise, denn so können wir uns ergänzen und immer wieder auf’s Neue erleben, dass Gemeinschaft wirklich bereichert. Wer also diese Frage im Kopf hat und behält, wird sich In der Loge nicht “belogen” lassen, sondern aktiv mitarbeiten. Und genau das macht letztlich den Unterschied. 

Ich habe mich bemüht

Montag, März 23rd, 2015

Für mich als Freimaurerin steckt in der Formulierung „ich habe mich bemüht“ eine ernsthafte Anstrengung. In der Loge bewerten und beurteilen wir die Arbeit und das Fortkommen der anderen nicht. Was die Einzelne tatsächlich gearbeitet hat und wie weit sie auf ihrem Weg vorangekommen ist, können die Schwestern jeweils nur selbst beurteilen. Wenn wir das Ergebnis der anderen also nicht begutachten, so bleibt nur eine (Selbst-)Aussage über die Intensität der Arbeit: Ich habe mich bemüht.
In was für einem Kontrast steht das mit dem Alltagsleben! Ist doch unter Personalern dieser Satz gleichbedeutend mit: Die hat nie etwas auf die Reihe bekommen! Dabei hat sie sich stets bemüht…ein vernichtendes Urteil.
Letzte Woche hatte ich im Büro ein schwieriges und heikles Thema auf dem Tisch. Ich sprach mit einem Kollegen darüber, der kam wiederum aus der Personalabteilung - und was habe ich gesagt? Sie ahnen es: Ich habe mich bemüht. Damit habe ich natürlich eine Lachsalve ausgelöst. Es war nicht zu ändern. Worte sind nun einmal unterschiedlich belegt. Ich habe mitgelacht und mich zugleich darüber gefreut, dass ich mit freimaurerischem Blick auf die Dinge geschaut habe.

(Foto: Lichtkunst 73, Pixelio)

Die freimaurerische Arbeit als perfekte Kommunikation

Donnerstag, März 19th, 2015

Wenn Menschen interagieren, kommunizieren sie. Einen großen Anteil haben unsere Körpersprache und Mimik, die Sprache kommt hinzu. Kürzlich gab es in meiner Loge einen öffentlichen Vortragsabend mit dem Thema Kommunikation. Die Rednerin wechselte zwischen Theorie und sehr anschaulichen praktischen Beispielen. Am deutlichsten und unterhaltsamsten sind natürlich die Szenen, in denen Kommunikation total misslingt.
In ihrem Resümee beantwortete sie dann eine zuvor selbstgestellte Frage: Perfekte Kommunikation? Das sei für sie die freimaurerische Arbeit. Denn in der freimaurerischen Arbeit machten wir keine Fehler in der Kommunikation.
Das hat mich umgehauen. So habe ich das noch nie gesehen! Natürlich: Das, was häufig Grund ist für missratene Kommunikation, ist in der freimaurerischen Tempelarbeit ausgeschaltet. Jede kennt ihre Rolle und die Rolle der anderen und jede weiß, worum es geht. Wir wissen, warum wir da sind und was geschieht.
Daraus lässt sich ableiten, dass wir in der freimaurerischen Arbeit jeden Monat erleben, dass Kommunikation gelingen kann. Damit wäre sie ein positives Beispiel für alle anderen Veranstaltungen in der Loge, wie Schwesterntreffen, Instruktionen oder Vortragsabende - und zugleich der Beweis, dass sich das Bemühen lohnt. 

(Foto: Tim Reckmann, Pixelio)