Gemeinsam handeln

    Zusammen
    Zusammenkunft ist ein Anfang.
    Zusammenhalt ist ein Fortschritt.
    Zusammenarbeit ist der Erfolg.
    (Henry Ford)

Gemeinsam handeln, geht das überhaupt? Handelt nicht eine Jede für sich? Und das meine ich in zweierlei Bedeutungen: erstens - in ihrem eigenen Interesse und zweitens - jeweils alleine?
Ja, wir handeln normalerweise vorrangig in unserem eigenen Interesse, wirklich selbstloses Handeln ist äußerst selten. Selbst wenn wir vermeintlich etwas für andere tun, ist es in der Regel so, dass wir davon direkt oder indirekt profitieren und das ist auch in Ordnung, denn es kann ein hoher Motivator sein gut oder fair zu handeln. Wenn wir zum Beispiel einem anderen Menschen etwas schenken, werden die gleichen Glückshormone ausgeschüttet, wie wenn wir selber etwas geschenkt bekommen. Und freundliches, wertschätzendes Verhalten wird früher oder später bemerkt und macht einem häufig das Leben leichter.
Aus eigenem Interesse „gut zu handeln“ ist moralisch nicht verwerflich, kurzsichtig wäre allerdings, dafür Lob zu erwarten oder sich ungerecht behandelt zu fühlen, sollte es ausbleiben.
Und ja, letztlich handelt jede alleine, das bedeutet, ich kann niemandem die Schuld dafür geben, wenn etwas nicht passiert, dass ich tun möchte. Wir selbst, ganz alleine, sind der Motor dafür, dass die Dinge, die wir als richtig erkannt haben, vorangebracht werden. Wir sind verantwortlich für unser Tun, und wenn wir etwas bleiben lassen, dann eben auch. Sehr unbequem, aber dies müssen wir akzeptieren, wenn wir uns mündige Menschen nennen wollen. Wir müssen ständig Prioritäten setzen, denn wir sind in der glücklichen Lage zwischen unzählige Möglichkeiten wählen zu können, gleichzeitig passieren aber auch sehr viele Dinge im Leben, die uns fordern. Und alle Entscheidungen, die wir treffen und getroffen haben, haben Konsequenzen.
Wir sollten versuchen zu akzeptieren, dass andere Menschen, auch unsere Schwestern, andere Prioritäten setzen als wir selbst und vermeiden uns darüber zu ärgern, ändern können wir es eh nicht.
Dies bedeutet keinesfalls, dass jedes Verhalten in Ordnung ist, dass Verpflichtungen keinerlei Bedeutung haben und vor allem, dass unser Verhalten keine Auswirkung auf unser Umfeld hat, wir sollten aber dennoch hohe Erwartungen zu allererst an uns selbst richten. Und uns selbst gegenüber ehrlich sein, warum verhalte ich mich so, was treibt mich an, kann ich wirklich nicht anders? Das Senkblei ist hier der Freimauerinnen Werkzeug.
Wenn wir dies bedenken und es anwenden, kann sich möglicherweise gemeinsames Handeln entwickeln. Wir müssen etwas tun wollen, dass wir notfalls auch alleine vorantreiben werden. Wir müssen bereit sein Verantwortung zu übernehmen und Zeit zu investieren. Beides ist die Grundlage für die Freiheit, gestalten zu können. Wenn mehrere Menschen mit dieser Haltung zusammenkommen, dann braucht es keine motivierenden Anreize, denn die Sache an sich ist mir ein so großes Anliegen, dass ich dabei bin. Ich finde möglicherweise Menschen, die mein Vorhaben unterstützen, die es bereichern und voranbringen, die Mitstreiter sind, die eine Überzeugung haben und danach handeln. Im Diskurs über die Sache entwickelt sich immer auch eine Beziehung, bestenfalls entsteht Verbundenheit, die ebenfalls motiviert, gemeinsam etwas zu tun.
Gemeinsames Handeln ist also das Ergebnis eines Prozesses, an dessen Anfang ein gemeinsames Wollen stand, für das unter hoher Eigenleistung der Beteiligten im geduldigen Miteinander eine passende Form erarbeitet worden ist.

(Bild: Juli Gänseblümchen, Pixelio)

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