Weg mit dem Neid - Mitfreude macht fröhlich


Ich habe mich entschieden, dass ich anderen Schönes gönnen möchte, mich freuen möchte an dem, was andere Schönes haben und erleben, an dem, was anderen Gutes getan wird. Ich will mich mitfreuen - und zwar ohne neidisch zu sein, ohne mich benachteiligt und zurückgesetzt zu fühlen, ohne zu hadern, ohne selbst Forderungen für mich zu stellen. Ich will mich von Herzen mit anderen freuen, denen Gutes widerfährt. Mitfreude macht das Herz weit und macht mich selbst fröhlich. Anlass für diesen “Vorsatz” war ein Museum, das Flüchtlingsgruppen mit Betreuung freien Eintritt gewährt und dafür einen Shitstorm erntete. Da ist mir bewusst geworden, wie ich-bezogen wir oft um uns selber und unsere eigenen Vorteile kreisen, wie bitter wir dabei werden und wie hässlich. Ich setze auf Mitfreude, Großzügigkeit und die erbauliche Kraft freundlicher Gesten - und merke schon jetzt, wie gut das tut. In der Freimaurerei vollziehen wir diese Perspektiverweiterung vom Ich zum Du und zum Wir symbolisch in den drei Graden Lehrling, Gesellin, Meisterin. Dazu gehört auch das gelegentliche Loslassen von Eigennutz und Eigeninteresse.

(Bild: juli.gänseblümchen, Pixelio)

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5 Responses to “Weg mit dem Neid - Mitfreude macht fröhlich”

  1. Martina sagt:

    Neid und Mitfreude schließen sich nicht unbedingt gegenseitig aus. Dass beides gleichzeitig vorhanden sein kann ist in einer auf Dualität ausgelegten kulturellen Erlebniswelt eher nicht vorgesehen. Meine Mitfreude meint den anderen Menschen, dem gerade etwas Gutes widerfährt. Mein Neid eröffnet mir den Blick auf eigenes, vielleicht noch ungelebtes Leben und Potenzial. Deshalb freue ich mich auch, wenn ich Neid fühle, denn das erweitert meinen inneren Horizont.

  2. Andrea sagt:

    Kabbalistisch betrachtet st das Anliegen des Wortes “Neid” die Balance zu finden zwischen
    Gerechtigkeit im Sinne der Macht
    begleitet von -machen und
    Gnade im Sinne von Güte walten lassen

    N E I D
    5 5 1 4
    1 6 5
    7 1
    8

  3. Angelika sagt:

    Ich habe den wunderbaren Ansatz gelernt zu sagen das ist begönnenswert.
    das macht gute Laune.

  4. Sylvia sagt:

    Neid an sich ist nichts Schlimmes… Ich hab länger darüber nachgedacht. Es ist manchmal tatsächlich so eine harmlose Redensart zu sagen: Oh, ich beneide dich um dein Kleid, dein Wissen, deine Urlaubsreise… Wer das sagt, ist garantiert nicht neidisch, denn wenn er´s wäre, würde er´s nicht sagen. ;-) Manche unterscheiden zwischen destruktivem und konstruktivem Neid. Der destruktive ist das, was Sie, Markus, als Missgunst bezeichnen, die dem anderen nichts gönnt und das Bestreben hat, dem anderen die Freude daran kaputt zu machen. Der konstruktive Neid ist dann eher Ansporn, sich darum zu bemühen, selbst etwas dafür zu tun, um das zu erreichen, was man beim anderen so erstrebenswert findet. Ich persönlich würde Letzteres allerdings nicht als konstruktiven Neid bezeichnen, sondern eben mit anderen Worten beschreiben - als Ansporn und Ermutigung, als einen Vergleich, ein Sich-Messen mit anderen, was dann aber keine negativen Gefühle zur Folge hat. Es gibt eine hübsche Geschichte: “Sitzen zwei im Café. Da fährt ein Porsche vorbei. Sagt der eine: Pah, der Typ wird eines Tages auch wieder zu Fuß gehen. Sagt der andere: Wow, so ein Auto will ich eines Tages auch mal haben.” Der erste ist neidisch, missgünstig. Der zweite nicht, obwohl er sich mit dem Porsche-Besitzer in Beziehung setzt und den Porsche als erstrebenswertes Gut empfindet, sagt er nichts Böses und wünscht dem Porschefahrer auch nicht indirekt Unglück an den Hals.
    Schön ist, dass trotz verschiedener Begriffsdefinition verständlich wird, dass im Text oben das gemeint ist, was Sie Missgunst nennen. Die es zu vermeiden gilt, wenn man die Welt ein kleines Stückchen heller machen will. :-)

  5. Marko sagt:

    Neid an sich ist nichts schlimmes, und ich finde dass Neid zu unrecht negativ konnotiert ist. Ich beneide andere um ihre Fähigkeiten, um das was sie erreicht haben, was sie können, besitzen und tun. Und hier möchte ich zum Punkt kommen: Ich gönne es ihnen.
    Nicht Neid ist das Problem sondern die Missgunst (was viel zu oft mit Neid gleichgesetzt wird). Dies zu erkennen hat mir geholfen derartige Probleme anzugehen, denn Missgunst kann man auf dem Grund gehen. Wieso fehlt anderen Menschen die Gabe anderen etwas zu gönnen? War das schon immer so?
    Leute, die sich an einem Shitstorm beteiligen frage ich immer wieso sie mitmachen - ob sie dem anderen das nicht gönnen und wann sie jemandem etwas gegönnt haben und wieso sie es hier nicht tun.
    Man kann nicht alle zum Nachdenken animieren - aber ich freue mich über jeden, der sich Gedanken macht.
    Bekennt euch zu Neid und akzeptiert ihn. Neid allein ist nichts schlimmes. Erkennt aufkeimende Missgunst und hinterfragt sie.

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