Farbe bekennen - Wir dürfen zu den vielen Anschlägen auf Flüchtlingsheime nicht schweigen

Schon wieder ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim, diesmal in Niedersachsen. Das Gebäude war bewohnt, rund 40 Flüchtlinge, auch Kinder, sind hier untergebracht. In Heidenau wurde fürs Wochenende zunächst ein Versammlungsverbot erlassen und kurz darauf wieder gekippt. Der Hintergrund: Asylgegner hatten angekündigt, ein Willkommensfest für die Flüchtlinge zu stören und die Stadt fürchtete, dass es zu Krawallen kommt, die die Ordnungskräfte nicht mehr bewältigen können. Was ist los in Deutschland? Wenn mir vor ein paar Jahren jemand gesagt hätte, dass es hierzulande zu solchen Zuständen kommt, hätte ich ihm nicht geglaubt. Ich bin zutiefst entsetzt über so ungezügelten, unreflektierten Hass auf Menschen. Und ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir Freimaurerinnen Farbe bekennen müssen: Klar, deutlich und öffentlich. Mit Worten und mit Taten. Wer ein Willkommensfest für die Menschen feiert, die hier angekommen sind, muss nicht hundertprozentig mit der Asylpolitik der Bundesregierung einverstanden sein, muss auch nicht dafür sein, dass künftig alle ohne Prüfung hierher kommen. Wer Flüchtlingen hilft, sich hier zurechtzufinden, wer eine Patenschaft und Begleitung übernimmt, kann trotzdem für Zuweisungs-Quoten sein oder für eine Beschleunigung der Asylverfahren oder für eine andere Einwanderungspolitik. Aber Hass auf Menschen, Brandsätze auf Häuser, Anschläge, Drohgebärden und Beschimpfungen - dazu dürfen wir nicht schweigen. Wir sollten es immer wieder sagen: Am Stammtisch und in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz und im Bekanntenkreis, in Blogs, auf unseren Homepages, auf einer Fahne im Fenster oder im Garten, wo und wie auch immer: `Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wir dulden keinen Terror, keine Hasstiraden und keine Gewalt.` Wenn wir nichts sagen, nichts tun, meine Schwestern, machen wir uns unglaubwürdig. Schweigen wäre Zustimmung.

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4 Responses to “Farbe bekennen - Wir dürfen zu den vielen Anschlägen auf Flüchtlingsheime nicht schweigen”

  1. Liebe Sr.

    Völlig d””accord. Bravo. Bringts auf den Punkt.

    Herzlichen brr. Gruss aus der Schweiz

    Ansgar Schäfer

  2. M.T.Holstein sagt:

    Liebe Sr,
    Ich schließe mich der Meinung meines Br. und Freundes Rolf an!
    Aufstehen und machen ist angesagt!
    Brdl. u. trvb. M.T.Holstein

  3. Counsellor Troy sagt:

    Liebe Sr. Freigeist,
    Danke für Deine offenen Worte! Vielen von uns sprichst Du damit aus dem Herzen. Für uns Freimaurerinnen gilt die Aufforderung: “Wehret dem Unrecht, wo immer es sich zeigt, kehret niemals der Not und dem Elend den Rücken …” In diesen Tagen gibt es viel für uns zu tun, wehren wir uns mit Worten, helfen wir mit Taten.
    Viele srl. Grüße

  4. Rolf Keil sagt:

    Liebe Sr.
    danke für diesen deutlichen Worte! Brdl. und trvb. Rolf Keil

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