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Wer in Schwung kommen will, braucht Anstöße, die kraftvoll Kreise ziehen

Freitag, Juni 3rd, 2016

momentum
Kreise, die sich immer weiter ausbreiten. Ein Gedanke, ein Wort oder ein ganzes Buch; ein Lächeln, ein Händedruck oder eine hilfreiche Handlung, ein Wissenschaftsprojekt, ein Film oder ein intensives Gespräch – und im entscheidenden Moment verändert sich etwas, gerät in Bewegung, richtet sich neu aus, wird interessant. Deshalb haben sich die Freimaurerinnen der neuen Loge in Dresden in Dresden den Namen MOMENTUM gegeben, was sich mit „Impuls“ oder „Augenblick“ übersetzen lässt und immer wieder daran erinnert, dass gelingendes Leben aus Entwicklung und Bewegung besteht.
Am letzten Wochenende konnte ich mit fast hundert Schwestern die Lichteinbringung in dieser Loge feiern. Zuvor hatten die elf Gründerinnen, von denen zehn aus der Potsdamer Loge „Märkisches Mosaik“ kommen, mehrere Jahre lang wichtige Aufbauarbeit geleistet: Sie waren mit Schwung, Kraft und Ausdauer auf den Straßen zwischen Sachsen und Brandenburg unterwegs und konnten vielerorts Impulse setzen und Frauen für die Freimaurerei begeistern.
Der Gedanke des Impulses wurde auch im Bijou umgesetzt. Es stellt bildlich dar, was die Logenmitglieder erwarten und hoffen: dass sich die schwesterlichen Impulse als schwungvolle dynamische Kräfte wellenförmig in konzentrischen Kreisen immer weiter ausbreiten, um schließlich mit anderen Wellen in Resonanz zu treten. Und dass die gemeinsame Arbeit weitere Kreise zieht, dass die Loge wächst und ihrerseits Impulse für die Gründung neuer Logen setzt. Der Amthyst steht für Harmonie, Sensibilität und Liebe und ist der Pulsator, der die Bewegung in Gang setzt und der Trägerin zugleich auch Geborgenheit und Wohlgefühl vermitteln soll.
Die Schwestern der Loge Märkisches Mosaik i. O. Potsdam, die den Aufbau der Loge tatkräftig und schwungvoll unterstützt haben, wünschen ihren Schwestern in Dresden weiterhin gutes Gelingen, Ausdauer und Schwung, viele neue Impulse und weiterhin Freude an der Bewegung.

Das Böse

Samstag, Februar 22nd, 2014

Vor Kurzem habe ich mich damit beschäftigt, wie das mit der bösen Seite in uns ist. Ich meine hier weder das in Religionen meist als Gegenspieler eines Gottes personifizierte Übel und auch nicht die Taten offensichtlich psychisch schwer geschädigter Menschen, von denen wir uns auch gerne in Krimis schocken lassen. Es gibt inzwischen viele wissenschaftliche Untersuchungen, die zeigen, dass ganz normale Menschen unter spezifischen Umständen zu furchtbaren Handlungen in der Lage sind. Genau dieser Sachverhalt liegt so vielen schrecklichen Taten gegenüber anderen Menschen zugrunde.
Zimbardo, einer der bekanntesten Psychologen der sich mit dem Thema beschäftigt hat schlussfolgerte aus seinen Experimenten, dass weniger die individuelle Veranlagung als vielmehr die Dynamik einer Situation Menschen zu Tätern werden lässt. Für den Einfluss solcher situativen Faktoren beim Luzifer-Effekt hat auch Zimbardo in eigenen Experimenten Belege gefunden.
Folgende Faktoren kann man immer wieder finden:
1.Tötungsmoral – das Töten wird als moralische Handlung erlebt
2.Bedrohungsfantasie
3.Entmenschlichung
4.Konformität
5.Bestätigung durch Wiederholung
 ”Diese Übergriffe der Soldaten oder Wächter passieren nicht, wenn es eine starke Führung gibt - eine klare, transparente Autorität, die das Zufügen von Leid mit Regeln verbietet.” Nach den Schwächen des Systems, das den ‘Luzifer-Effekt’ herbeiführt, hätte man vorher nie gefragt, denn: “Das System ist, wo die Macht ist - militärisch, politisch, gesetzlich, wirtschaftlich.”
 Die Erkenntnisse Zimbardos befreien Individuen keineswegs von der Verantwortung ihres Handelns: “Aber wenn es klar ist, dass eine Situation ihren freien Willen eingeschränkt hat, dann sind sie nicht allein dafür verantwortlich zu machen. Dann stellt sich die Frage: Wer hat die Situation geschaffen?”
 
Was hat das denn jetzt mit Freimaurerei zu tun? 
Für mich ist die Loge ein wunderbarer Ort zu lernen, dass eine von Menschen geschaffene Struktur, keine solche Macht über mich bekommen sollte, dass ich meine menschliche Seite ausblende. Ich lerne, dass die Schwester, die etwas anderes als ich selbst möchte, nicht mein Feind ist.
Ausserdem gibt mir die Loge innerlichen Rückhalt, mich nicht einfach einer Obrigkeit zu unterwerfen, die mir Gehorsam und das auch noch gegen andere Menschen abverlangt.
Es gilt, mit Geist und Verstand zu leben und Regeln, Pflichterfüllung, Mitgefühl, Liebe zu erfahren und diese gegen unsere Affekte setzen zu lernen und unsererseits Menschlichkeit weiterzugeben.
Unübertroffen sagt Carl Zuckmayer: Unrecht schafft man aus der Welt, indem man es nicht weitergibt.